Bild folgt !


Adler Bräu, Lager hell, 4,8%, seit 1828 aus Schwanden in der Schweiz


Seit längerer Zeit befassen wir uns mit der Frage, was die Schweiz in Sachen helle Lagerbiere so alles trinkt. Um genauer zu sein; wir wollten wissen, wie all die Biere mit den jeweiligen klangvollen Markennamen schmecken, die in Schaffhausen, Basel oder in Lugano erhältlich sind. Kurz: Was lassen unsere helvetischen Nachbarn so alles durch ihre Kehlen fließen? --- Der extrem weiße Schaum baut sich herrlich weich und mit vielen, seidigen Blasen auf. Das Bier duftet extrem frisch nach Heu, trockenem Gras und trockenen Alpblumen. Flüchtige Noten von Kristallzucker. Beim Beschnuppern des Bieres scheint es mir, als befände ich mich in der Brauerei – so unglaublich frisch riecht das Glarner Lager. Inzwischen habe ich die ganze 0,58-Liter-Portion im Glas. In der Tat, so gesehen macht das Bier eine ganz ordentliche Figur. Es schimmert in einem glanzklaren Hellgelb. Im Mund ist das Bier vollmundig und delikat würzig. Im Rachen und auf dem hinteren Teil der Zunge konzentrieren sich die geballten Aromen von Gerste und Heu mit einer feinen und dezenten Hopfennote. Das etwas dünne Bier kommt gradlinig und klar daher. Bereits nach dem ersten Schluck wird dem Genießer bewusst, dass hier nicht in gewaltigen Mengen operiert wird. Nach den jeweiligen Schlucken kommt es mir vor, als hätte ich leckere Süßigkeiten gegessen. Flüchtige Impressionen von Beeren im Nachklang – so wirkt auf mich der jeweilige anschließende Gesamteindruck im Mundraum. Das Wasser ist schön weich und bekömmlich und ist angereichert von einer sehr zarten Kohlensäure. Feine Nuancen von frischen Mandeln. Das Bier ist eine gelungene Symbiose zwischen traditionell-urig und modern. Alles in allem sicher ein überzeugendes Bier. Jetzt stelle ich mir nur noch vor, wie dieses Lager in den „alten Zeiten“ wohl gemundet hat. So mit etwas mehr Tiefe, Fülle und Dichte und so.

Fazit: Traditionell-urig und modern
Wertung: + + + + - [i 05/08]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter: www.brauereiadler.ch

Die getesteten Biere im Überblick:
Feldschlösschen, Original Lager hell, Rheinfelden/KantonAargau + -
Falken, Lagerbier hell, Schaffhausen/Kanton Schaffhausen + + + + +
Müller, Lager Hell, Baden/Kanton Aargau + + + + +
Eichhof, Lager Hell, Luzern/Kanton Luzern + + + -
Rugenbräu, Lager hell, Interlaken/Kanton Bern + + + + +
Calanda, Lager hell, Chur/Kanton Graubünden + + + -
Adler, Lager hell, Schwanden/Kanton Glarus + + + + -
Denner, Lager hell, Hochdorf/Kanton Luzern -folgt-
Appenzellerbier, Lager hell, Appenzell/Kanton Appenzell -folgt-
Sonnenbräu, Lager hell, Rebstein/Kanton St. Gallen -folgt-
Egger, Lager hell, Worb/Kanton Bern -folgt-
Schützengarten, Lager hell, St. Gallen/Kanton St. Gallen + + + + + -

PS: Wir bedanken uns nochmals bestens bei Herrn Hofmann, Geschäftsführer des Rio-Getränkemarktes in Wetzikon, der uns für diese Testserie mit seinem Wissen, mit seinen Ratschlägen und last but not least mit seiner beeindruckenden Biervielfalt im Angebot tatkräftig unterstützt und inspiriert hat.