Äbro Original Premium Lager (5,2 %) 0,33-Liter-Dose seit 1856 aus Vimmerby in Schweden:


Ein Dosenmotiv, das wiederkehrend erscheint, so in diesem Stil schon bekannt ist. Bei der DOSE vergisst man immer gerne, dass auch unser Fassbier meist in einer großen Dose ruht. Der Schaum ist beachtlich gut in Form. Fehlerfrei und gut in Form steht er hoch aufragend und lange schneeweiß im oberen Glasbereich. Außen die Poren zwar etwas grober, aber innen ist das ein Schaumlachen. Das Gelb ist hellgolden und klar. Ein paar, nein, falsch, ziemlich viele Schwebstoffe trüben die Klarheit in einer Weise, die nicht ganz natürlich zu sein scheint. Nussiger, kartonartiger Geruch, etwas zu hart und kantig, um charmant oder geschmeidig genannt werden zu können. Eine leicht künstlich wirkende, süßlich-citrusartige Note erzeugt ein paar Fragezeichen.
Der Antrank ist weich und fast neutral, auf jeden Fall unaufdringlich und geradezu weich. Das ändert sich mit einem Mal aber dem Mittelteil. Hier wird es schlagartig trocken, stumpf, unnahbar, geschmacklich eintönig und seicht. Säuerlich-saure, fast beißende Momente muss man überstehen, um im Finish dann (fast genauso plötzlich) wieder in ruhigere Gewässer zu gelangen. Ausgewogen und harmonisch geht anders. Vor allem dieses stumpfe, trockene sorgt für wenig Freude. So schön es ist, hier auf lediglich drei Zutaten zu stoßen: Wasser, Malz Hopfen; das Ergebnis ist sicher nichts, was man unter GROSS abbuchen könnte. Zumal eine schwer zu beschreibende Künstlichkeit über dem Aroma schwebt, die auf jeden Fall mit nicht natürlich, unbeschwert und frei definiert werden kann. Das schmeckt wirklich kaum. Und bei aller nordischen Hingezogenheit kommt mir ein Lob kaum von den Lippen. Das möchte ich nicht jeden Abend trinken. Viel zu wenig Natürlichkeit, Tiefe, Ruhe, Reife und Harmonie.

Fazit: Nicht jeden Abend
Wertung: + + [t 05/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen
PS: Herzlichen Dank Wieland B. für den Transport und die Spende!