Aktien Landbier fränkisch Dunkel (5,3 %) 0,5-Liter-Bügelverschlussflasche seit 1872 aus Bayreuth in Bayern:


Schaumbildung im heutigen Nachtest über jeden Zweifel erhaben. Er baut sich fein strukturiert, standfest und voluminös auf. Die Poren sind fein und cremig. Farblich gefällt die Krone mit einem dezenten, hellen, matten beige. Drunter ein Kastanienbraun mit einem schwach rötlichen Schimmer. Karamellmalzwüriger Geruch. Etwas kantig wohl und eine entfernte oxidierte Note ist ebenfalls vorhanden. Am Anfang relativ tief und ausdrucksstark zum einen, zum Ende hin aber etwas dünn und nicht ganz frei.
Ruhiger, ausgewogener Antrank. Malzwürze, Schokoladenspuren, trockener, feinbitterer Hopfen mit Hang zum Kaffeeartigen. Mittig ist das Bier flüssig, gut in der Würze gestaffelt, nicht zu viel, nicht zu wenig, malzbetont. Das Finish lässt dann etwas nach, wird dünner, nicht mehr ganz so harmonisch und ausbalanciert, wird kühler, distanzierter, eine trockene Härte ist nicht ganz weg zu diskutieren. Aber das ist nicht wirklich bedeutend. Viel nachhaltiger und dominanter ist der gute Eindruck in den ersten beiden Dritteln. Da treffen malzsüße, mokkabittere, röstige und hopfentrockene Impressionen aufeinander, vereinigen sich harmonisch und bilden eine Einheit. Wasser und Kohlensäure bilden eine gelungene Basis. Der Süffigkeitsfaktor ist überdurchschnittlich hoch. Der Geschmackskörper ist größtenteils geschlossen und vollmundig. Die Zutaten wirken reif und hochwertig, die Abstimmung ist gelungen. Im Finish gibt es ein paar Abzüge, weil hier das Niveau leider etwas absinkt. In der Summe ist das aber ein sehr gutes und vollumfänglich empfehlenswertes Bier. Das Oxidierte, das im Duft kurz aufzukeimen schien, findet sich im Geschmack nicht mehr. Die trocken-röstmalzig-kaffeeartigen Aromen wirken edel. Die Süße schmiegt sich unaufdringlich an. Das passt prima. Einzig am Finish könnte man noch basteln, Potential ist dort vorhanden, eine ganze Stufe mehr könnte man sich durchaus vorstellen.

Fazit: Kernig, vollmundig, naturbelassen
Wertung: + + + + - [t 05/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Röstmalzbier, Hopfen, Hopfenauszüge, Hefe
Im Internet unter: www.bayreuther-bierbrauerei.de
PS: Herzlichen Dank ein weiteres Mal an Frank G. für die Mithilfe an diesem Re-Test.

Aktien Landbier fränkisch Dunkel (5,3 %) seit 1872 aus Bayreuth in Bayern:


Feines Flaschendesign. Bügelverschluss. Geschmackvolle Gestaltung. Ansprechende Farben. Der Schaum ist eher gedämpft und entfaltet sich etwas zurückhaltend. Die Farbe ist dunkles Nussbraun mit einem Schimmer Bordeaux, der aus der Mitte glimmt. Röstmalziger, erdiger, trockener Geruch. Nicht übermäßig aufdringlich. Etwas Mokka ist vorhanden. Ansonsten tut man sich schwer, tiefer in die Duftwelt dieses Dunklen zu dringen. Immerhin ist die Sache mild und rein. Wenn auch eine entfernte Härte durchkommt.
Wie anders ist der Antrank. Hier überschlagen sich die Ereignisse unversehens. Billige Malzbonbons. Lakritz. Gemahlener Kaffee. Sehr süße Malzeinflüsse. Karamellspuren, ungeordnet. Puh. Vor allem diese Malzbonbonnote, kratzig, kristallin, aufdringlich … die muss erst einmal verdaut werden. Als wäre es ein Fehlaroma und kein natürlicher Bestandteil des Geschmacks. Schwer zu beschreiben. Lastend. Zäh. Künstlich. Als wäre etwas schief gelaufen. Erst mit der Zeit entwöhnt man sich und eine trocken-erdige Röstmalznote, viel reiner, und eine Schippe Mokka treten auf die Bühne. Hm. Definitiv kein Premiumbier. Vielmehr fragt man sich, welcher der Hintergedanke ist. Das Aroma erscheint wenig geordnet.
„Ein Bier wie seine Heimat. Ursprünglich, ehrlich und charaktervoll präsentiert sich unser Aktien Landbier. Ein dunkles, würziges Bier darf in Franken bei einer deftigen Brotzeit in geselliger Atmosphäre nicht fehlen und prägt damit die Einzigartigkeit der fränkischen Lebensart. Dieser Tradition fühlen sich auch unserer Brauer verpflichtet.
Die erlesene Auswahl von geröstetem Spezialmalz und hellem Gerstenmalz sowie das quellfrische Fichtelgebirgswasser verleihen unserem Aktien Landbier seinen typischen Charakter und sein feines Malzaroma. Unsere erfahrenen Brauer tragen Sorge dafür, dass es nach langer Gär- und Lagerzeit ausgewogen im Geschmack und äußerst bekömmlich zugleich ist.
Damit wird Aktien Landbier mit jedem Schluck zu einem genussvollen Erlebnis fränkischer Braukultur.“

Alles etwas schwerfällig und nicht leicht zuzuordnen. Das Röstmalzige und Kaffeeähnliche hat Charme. Dieser seltsame Karamellbonboneinschlag ist schwierig zu verarbeiten. Da weiß man nicht, wohin mit diesem Aromastrang. Zuletzt bleibt das weiche Wasser zu erwähnen, und die Kohlensäure, die cremig auftritt. Die Vollmundigkeit ist hoch, der Geschmack tief. Die Süffigkeit bleibt eingeschränkt. Dazu ist die Abstimmung nicht rund und ausgewogen genug. Ich würde letztendlich auf einen Fehlgriff bzw. Fehlaroma tippen. Wenn das gewollt wäre, dann könnte dieses Bier IMHO nicht viele echte Fans haben. Geben wir dem Bier mal eine Kompromissdrei in der Annahme, der normale Standard ist ein anderer.

Fazit: Fehlaroma?
Wertung: + + +* [07/08]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Röstmalzbier, Hopfen, Hopfenauszüge, Hefe
Im Internet unter: www.bayreuther-bierbrauerei.de