Aktienbrauerei Kaufbeuren Landbier Anno 1516 Goldhell (5,9 %) seit 1308
aus Kaufbeuren in Bayern:
Hohe Drehzahl, langer Name. - - Ist das ein Malzgeruch. Präsent.
Kräftig. Nachhaltig. Rasant. Eine leicht holzige sowie fast schon
bockbierähnliche Note spielt mit rein. Intensiv und stark aufflammend.
Aber auch etwas kurz. Dennoch vehement und markant. Der Schaum ist das
nächste Highlight. Was für ein Puder. Traumhaft gut ausgebildet.
Das klare, kräftige, lichdurchflutete Gelb könnte man am ehesten
mit Gold oder Honig adjektivisieren.
Hier dreht sich alles ums Malz. Vor allem der Antrank und der Mittelteil
sind getränkt davon. Herb-onigartig, zäh-nussig, harzig. Aber
überraschenderweise nicht wirklich süß sondern vor allem
dann im Abgang durchaus mit einer Hopfennote veredelt. Hier wird es
aber auch etwas zu trocken, der Makel dieses Bieres. Zumal der Kontrast
zu diesem Zustand im Vergleich zum flüssig-satten Anfang recht
groß ist. Dennoch merkt man, und das bei jedem Schluck, dass die
Kaufbeurener etwas vom Bierbrauen verstehen. Dieses hat Landbier markante
Züge und Charakter. Dazu Kraft im Überfluss, kein Wunder,
bei dieser Stammwürze, und ein Drehmoment von beachtlich hoher
Zahl. Ein routiniert auftretendes, sicher aufspielendes Bier mit festem
Zug. Einzig, und das ist schade, der Abgang hakelt ein bisschen und
hinkt. Zu trocken und unnahbar wird es dort auf einmal. Kurz zuvor türmt
sich zwar nochmals eine nussg-harzige Note kraftvoll auf, danach sackt
der Geschmack jedoch weg. Verblüffend allerdings die Transparenz
und Klarheit dieses doch enorm stammwürzeforschen Bieres. Zwar
verfängt sich Hauch Bockbier in den Rezeptoren, überwiegen
tut aber ein sehr klarer und reiner und gutsüffiger Eindruck. Stark
aber klar. Kräftig und rein zugleich, transparent. Guter Eindruck.
Bis zum Abgang. Hier kommt dann plötzlich ein sicher nicht geplanter
Bruch auf und nimmt dem hochwertigen Beginn vieles an Reputation. Könnte
man die Abschnitte einzeln benoten, so bekäme der Antrank eine
5,5, der Mittelteil eine ordentliche 5, der Abgang dann aber nur noch
eine 3; höchstens. Kumuliert und im Gesamteindruck spricht man
dabei von einer guten 4. Wobei Tendenz nach oben klar zu sehen ist.
Prinzipiell macht dieses Bier eine sehr guten Eindruck. Da steckt einiges
dahinter. In der Summe allerdings offenbart es doch die eine oder andere
Schwäche.
„Allgäu Premium Goldhelles Landbier Anno 1416. Die traditionelle
Biersore des Allgäus in der guten alten Zeit: „Das Märzen“.
Das Allgäu Premium Goldhelles Landbier anno 1416 knüpft an
diese alte Tradition an. Ein Märzenbier mit dem unverwechselbaren
Geschmack für Freunde ländlicher Braukultur. Natürlich
gebraut nach dem überlieferten bayerischen Reinheitsgebot aus dem
Jahre 1516.“
Wasser und Kohlensäure bewegen sich auf sehr hohem Niveau. Das
Aroma jedoch, das hat zu viele Windungen, die nicht ganz klar sind und
unerfüllt auslaufen, dass man voll überzeugt wäre. Gutes
Bier mit Potential nach oben. Drum weckt es!
Fazit: Aufwachen!
Wertung: + + + +* [t 02/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Im Internet: www.aktienbrauerei.de
PS: Vielen Dank an Gernot W. für die Zusendung
der Kaufbeurener Testserie.
PPS: Hiermit geht übrigens eine massive Testreihe
zu Ende. Die Aktienbrauerei Kaufbeuren gehört mit 12 verschiedenen
Sorten und Typen zu den absoluten Spitzenreitern was die Anzahl angeht.
Riesendank deshalb nochmals an Gernot für die Unterstützung!!