Albquell Bräuhaus Edelbier (5,0 %) Familie Auberger-Schmid
seit 1851 aus Trochtelfingen in Baden-Württemberg:
Edelbier. Das hört sich natürlich spannend an. Vor allem,
nachdem die Trochtelfinger Biere bisher einen mehr als hervorragenden
Eindruck gemacht haben. Der Geruch ist sehr herzhaft. Harzig. Hopfig.
Würzig. Herzhaft. Kernig. Sehr aussagekräftig und spannungsgeladen.
Weder zu süß, noch zu herb Dennoch mit enorm viel Ausdruck
und Schwung. Der Schaum ist sahnig, das Volumen gut, der Stand ebenso.
Die Farbe ist kräftig mittelgelb. Überraschend, um nochmals
auf den Duft zu kommen, ist der hohe Hopfenanteil - - frisch und grün,
grasig, leicht tannig. Lecker.
VIEL Hopfen. ENORM VIEL Hopfen. Guter Hopfen. Stramm. Straff. Diszipliniert.
Geradeaus. Aber auch gewitzt und spielfreudig, engagiert und farbenfroh.
Sehr tannig, fichtennadelartig, mit leicht ölig-ätherischen
und leicht harzigen Anflügen. Unheimlich herzhaft und würzig.
Dazu entwickelt dieses Bier eine Natürlichkeit und Aromaqualität,
die sagenhaft ist. Frei von Störeinflüssen. Frei atmend. Akzentuiert
im Hopfen ohne Ende. Fest. Klar. Tief und transparent. Eine Freude,
dieses Edelbier zu trinken. Oft sind es ja Benennungen und Bezeichnungen,
die den Bieren nicht gerecht werden, über das Ziel hinaus schießen.
Hier trifft der Name voll ins Schwarze. Edelbier. Einen anderen Titel
hätte dieser Trank nicht verdient. Das Malz spielt hier sicher
die zweite Geige und trägt nur wenig zum Gelingen bei. Der Hopfen
aber, die Doldenfrucht, das ist der Trumpf. Hier spielt sich ein wahnsinnig
breites und farbenfrohes Spektrum an Aromen ab. So intensiv und ausdrucksstark.
So aufrecht und edel. Herrlich. Sagenhaft fett und überwältigend.
Müßig zu sagen, dass auch Wasser und Kohlensäure Höchstwerte
erreichen; ist eigentlich egal, denn der Hopfen hat ein Format, das
alles andere in den Hintergrund drängt. Gleichzeitig hat dieses
Bier eine Purität und Natürlichkeit, dass man glauben könnte,
es käme frisch aus einer Hausbrauerei. Gelungen. Absolut und mehr
als gelungen. Ein großes Kompliment an die Trochtelfinger. Die
sind nicht nur nett und gastfreundlich, die wissen auch noch, wie man
wirklich gutes Bier braut. Vor allem hier entfaltet sich ein Charisma
und bildet sich ein Korpus. Fabelhaft. Und das unglaubliche: man zuzzelt
jeden Schluck in minimalen Portionen hinein, damit man auch wirklich
jedes Aromaatom vollumfänglich hineinsaugen kann in seine tiefsten
Sinne. Formidable. Nein: EDEL.
Fazit: Wirklich gutes Bier
Wertung: + + + + + + [t
03/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz aus integriertem Anbau,
Hopfen