Almogaver Cervesa Artesanal d'alta Fermentacio (4,5%) 0,33-Liter-Flasche
seit ? aus Barcelona in Spanien:
Nun. Da haben uns die Spanier den Cup weg geschanppt. Mal sehen, ob
die auch so gut brauen wie das Bällchen laufen lassen können
... Schönes, zu Beginn klares, später hefeeingetrübtes
Bernstein mit braunem Anstrich. Der Schaum baut sich gut auf, hält
aber nicht lange die Höchstposition. Die Struktur gefällt.
Ein etwas aufdringlicher, saurer Geruch empfängt und erinnert an
Orangen und Grapefruit sowie etwas treberangehauchtes Malz. Holziges
und ein nussiger Hauch kommen vor. Nicht eben frisch, trotz saurer Spritzigkeit
wirkt das eher dumpf und unruhig.
Passabler der Geschmack. Ruhigere Gewässer werden angesteuert.
IPA-ähnlicher Antrank. Ingwernuancen sind auszumachen. Pilzartig-Waldbodenartiges
konkurriert mit Tabakblättern. Der Hopfen streut eine breite Bittere,
die etwas kurz ausgelegt ist. Das Malz hat auch hier etwas Treberartiges.
Saure Noten wühlen immer wieder den Geschmack auf. Das Bier mundet
gar nicht mal schlecht und wirkt überraschend nah am Hausbrauereityp.
Wild und ungestüm lässt es sich aus. Die Zutaten wirken authentisch
und spielfreudig (ja, ich weiß ...). Das Wasser ist fein. Die
Kohlensäure recht rezent, bleibt aber jederzeit im angenehmen Rahmen.
Ein blumiger, etwas an Rosen erinnerder Hang legt sich etwas verschleiernd
übers Aroma. Die Ingwerimpression ist kräftig und interessant.
Erdiges, Wurzelartiges geht einher. Das Malz hat durchaus süße
Momente zu bieten, reiht sich aber hinten an. Leder, Tabak, Waldbodenartiges.
Ein paar blumige NOten weit hinten. Ansonsten bitterer Hopfen. Die Hefe
hat einen nicht unerheblichen Einfluss, wirkt leicht sporig bzw. pilzartig.
Markant, griffig, herzhaft. Sehr natürlich alles, sehr frisch,
fast spielerisch. Dennoch etwas zwiespältig. Vielen wird dieses
wilde Bier im ersten Augenblick nicht schmecken, zu abgedreht, aufgedreht,
zu anders wirkt es, speziell für spanisches Bier. Das gehört
eher in eine bayerische Hausbrauerei, wirklich. Erst mit der nötigen
Offenheit und dem entsprechenden Entdeckergeist erschließt sich
dieses Gebräu. Citrusspuren, Grapefruit und etwas Limone. Die Hefe
und das schlammig-treberhafte der Gerste harmonieren auf eine ganz eigene
Art und Weise. Je länger man dieses Bier trinkt, um so tiefer dringt
man ein. Generell stehen Gebräue von der Iberischen Halbinsel ja
nicht gerade im Ruf, innovative Geschmacksträger zu sein. Vielmehr
regiert lauer Einheitsbrei im Sinne von: Hauptsache kalt. Das Katalonische
Almogaver jedoch schafft es, einen ganz eigenen Charakter zu entwickeln
und auf den Trinker einzugehen (oder ist es umgekehrt?). Jedenfall macht
es mächtig Spaß, dieses Bierchen zu trinken. Vielleicht etwas
zu sauer und streng. Der Geschmack hat mit einer etwas aufdringlichen
Note zu kämpfen. Aber ich wette, frisch vom Fass in Barcelona hätte
es die 5 geschafft.
Fazit: Stolzes Bier Kataloniens
Wertung: + + + + - [t
07/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter:
www.almogaver.cat