Alverdens Casper Fjerritslev Classic (4,6 %) 0,5-Liter-Flasche gebraut vom Brauhaus Fur seit ? aus Fur (PLZ 7884) in Dänemark:

In Fjerritslev, einem eher unbedeutenden Städtchen etwa auf halbem Wege des Limfjörds nördlich des gleichen gelegen, verfügt über ein Braumuseum (www.fjerritslevmuseum.dk). Das Museum behauptet, das am besten erhaltende Brauereimuseum Nordeuropas zu sein. Seit 1968 wird dort nicht mehr gebraut, begonnen wurde 1897. Aber eine ältere Dame gibt gerne Auskunft über die alten Zeiten. Die Figur auf dem Label (Alverdens Capsper 1864-1943) war eine Art Tramp, der über die Lande gezogen ist und sich mit Tagelöhnerei und viel Freiheitsliebe über Wasser gehalten hat. Übersetzt heißt der Titel ungefähr zu viel wie: Weltenbummler Casper. Gebraut wird das Bier vom Brauhaus Fur exklusiv für das Museum.
Dunkles Bernstein mit einer Facette Orange leuchtet schön in der Abendsonne. Der Schau ist gut im Schuss, feinporig aufgebaut, verfügt über einen festen Stand und eine achtbare Ausdehnung. Ein nussiger Röstmalzgeruch ist klar, eindeutig, unverfälscht. Irritationen können aufgrund der eng abgesteckten Geruchsnuancen nicht aufkommen. Alles wirkt geradlinig und fokussiert. Eine Spur Vollmilchschokolade ist noch zu entdecken, der Hopfen steuert eine dezente Feinbittere hinzu.
Trockene Röstmalzaromen machen den Anfang. Rein und klar. Vielleicht etwas zu trocken. Aber auf jeden Fall eindeutig, ohne Ausfransungen oder Fehlbesetzungen. Der Hopfen gibt dem Ganzen eine zusätzliche, bitterere Trockenheit. Etwas Holzkohleartiges taucht auf. Eine Spur Mokka. Das Schokoladige aus dem Duft ist nicht mehr zu erkennen. Wie überhaupt so gut wie keine Süße aus dem Aroma entströmt. Was wohl eher der herbe Typ, unser Casper. Das Wasser ist angenehm. Die Kohlensäure fein schäumend, angenehm rezent. Das Aroma hat etwas edles, wirkt kontrolliert und diszipliniert, schweift nicht aus, übertreibt nicht, wirkt dementsprechend auch nicht übermäßig spektakulär. Dafür ist es schon ruhig und bodenständig. Ein ländliches Bier, wie es zu einem, nun, sagen wir mal „Landstreicher“ passt, der sich eine gewisse Noblesse erhalten hat. Ein schöne Anektode, die hinter diesem Bier steckt, gleichzeitig eine wahre Rarität, für die man in den Norden Jütlands fahren muss. Ein herbes, trockenes Bier mit röstmalziger Geschmacksausrichtung und einem Hopfen, der sich auf bittertrocken spezialisiert hat. Ein knackiger Aromakörper geht gezielt seinen Weg. Das Röstige hat Format und wirft einige Schattierungen auf, so z.B. dieses Holzkohleartige, aber auch der Mokkahauch hat Stil. Eine schwach-süße, weit entfernte Schokoladennote weht noch heran. Ein gemütliches Gebräu mit etwas strengem, männlich-herbem Geschmack. Kein Überflieger. Dennoch spürt man eine gewisse eigene Note.

Fazit: 1864-1943
Wertung: + + + + [t 08/10] -Lökken-
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter: www.furbryghus.dk oder www.fjerritslevmuseum.dk