Ammerndorfer Hell (4,6 %) Private Landbierbrauerei Dorn-Bräu
seit 1730 aus Ammerndorf in Bayern:
Ist das nicht ein herrliches Label? Solch ein Etikett macht gleich richtig
Lust auf bayerisches Bier.
Frischer und lebendiger sowie purer Gerstengeruch. Etwas spitz und spritzig.
Aber eben sehr natürlich. Der Schaum hat kein allzu großes
Volumen. Dafür sind die Poren fein und cremig. Die Farbe ist kräftig
gelb.
Sehr weiches Wasser. Das fällt auf Anhieb auf. Samtig und cremig.
Auch die Kohlensäure ist angenehm sanft. Dadurch entsteht eine
beachtliche Süffigkeit. Das Aroma ist klassisch aufgebaut und geht
klar in Richtung Gerste und entwickelt eine beachtliche Süße.
Das Malz ist herzhaft und knackig. Vom Hopfen ist höchstens im
Abgang eine Spur zu erahnen. Das ist aber nur eine Randerscheinung.
Im Rampenlicht steht das Malz, das spielfreudig und aufgeweckt auftritt,
eine schöne Dynamik entfaltet. Gerstig, malzig süß,
kernig. Völlig unverfälscht und geradlinig wird hier ein typisch
süddeutsches Helles geboten, das trotz eher geringer Stammwürze
viel Schwung entfaltet. Sicher ist die Vollmundigkeit nicht perfekt.
Aber die Süffigkeit und das klare wie kompakte Geschmacksbild machen
das wett. Malz in allen Mannschaftsteilen. Vor allem Antrank und Mittelteil
blühen im Gerstenglanz auf. Der Geschmack wirkt sehr naturnah,
unverzerrt und malzwürzig. Der Geschmack ist nicht richtungweisend.
Aber das Süffige und die Leichtigkeit, mit der sich dieses Helle
einsetzt, imponieren. Herrlich ausgewogen, mild und harmonisch, wobei
nie Langeweile aufkommt sondern man das Gefühl hat, hier wurden
Zutaten allerbester Couleur eingesetzt, eingebraut mit großer
handwerklicher Kunst. Macht mächtig Spaß, das Ammerndorfer
zu trinken. Flott. Herzhaft. Sehr bürgerlich. Da möchte man
sich live in eine urige Ammerndorfer Kneipe setzen und eine Halbe dieses
Hellen genießen.
Fazit: Ab in die Kneipe
Wertung: + + + + + [t
02/08]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen