Anchor Merry Christmas & Happy New Year (5,5 %) 0,355-Liter-Flasche
seit ? aus San Francisco in den USA:
Also irgendwie ist dieses Bier im Kühlschrank verloren gegangen.
Für Weihnachten & Neujahr ist jetzt eigentlich schon zu spät.
Aber haltbar ist es noch. Also ran an die Feiertage. - - Schön
gestaltet schon mal die Flasche. Organisch. Natürlich. Gelungene
Farbwahl. Die Farbe des Bieres ist ein dunkles Rot-Braun mit kaffeeartigen
Bordeauxnoten und das leicht trübt. Darüber ein feinporiger,
milchkaffeebrauner Schaum, dessen Volumen allerdings größer
sein könnte bei ordentlichem Stand. Das ist optisch schon mal ein
Leckerbissen. Holunder im Geruch mit grün-grasig-blumigartigen
Nuancen sowie Bitterschokaladenkaramell und Mokkaaromen. Eine bitter-saure
Tabakspur ist noch mit im Spiel.
Interessant. Was ist da alles drin? Kardamom. Muskatnuss. Röstmalzhefiges.
Ledrige, saure Tabakspuren. Kräuterspuren. Im Finish Florales.
Davor Lebkuchengewürzartiges im Hintergrund. Mittig kommt das Malz
kurz zu einem süßen Gipfel. Der Antrank recht mild und kompakt,
der Mittelteil ruhg, fast unauffällig, zum Finish kippt der Geschmackskörper
und franst aus, wird wilder, unkontrollierter, bissiger. Die Kohlensäure
ist leider sehr stark eingestellt, bizzelt zu stark. Somit tut sich
die Aromaentfaltung etwas schwer. Wobei die Vollmundigkeit sehr hoch
ist. Ein ungewöhnlicher Geschmack, der unauffällig beginnt
und zum Finish hin schräger wird. Dort vor allem etwas zu viel
Säure. Angenehmer schon die Kaffeenuancen, die wohlig und warm
wirken. Die Harmonie der Zutaten ist nicht unbedingt hoch. Die Geschmackssektoren
grenzen sich unnötig ab, vor allem zum Abtrunk hin. So richtig
springt der Funke nicht über, kommt das Bier nicht in Fahrt. Interessant
ist der Geschmack auf jeden Fall und man hat jederzeit den Eindruck,
etwas Besonderes und Handgemachtes vor sich zu haben. Dennoch ist es
bei aller Exotik zu ungeschliffen, zu wenig geordnet, zu wenig zugeschnitten.
Sicher mit Zeug zu mehr, enttäuscht das Merry Christmas & Happy
New Year Bier hier und heute. Vielleicht liegt es ja an der Jahreszeit.
Fazit: Falsche Jahreszeit
Wertung: + + + [t 07/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen