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Anderson Valley Boont Amber Ale (5,8 %) 0,33-Liter-Flasche seit ? aus Boonville/Kalifornien in den USA:

Diese Brauerei aus dem Kalifornischen Mendocino County rühmt sich, eine „Solar Powered Brewery“ zu sein, was sie gleich schon mal sympathisch macht. Auf der Front gleich zwei große Tiere: ein Bär und ein Hirsch (Wapiti?). Wozu der Bär mit Hirschgeweih verziert ist, entzieht sich meiner Kentniss. Dazu eine liebliche Landschaft. Herrlich. Das Bier verfügt über einen sehr feinporigen, cremigen Schaum, der standhaft im Glas steht und über ein ordentliches Volumen verfügt. Eine leichte Trübung steckt in dem Kupferrot-Hellbraun. Der Geruch ist durchdringend malzig, leicht karamellangehaucht, dazu kaffeeröstig, erfrischend fein-säuerlich mit Tabakspuren.
Erfrischend. Vollmundig. Schmackhaft. Das sind die ersten Eindrücke. Dazu ein sehr weiches, angenehmes Wasser und eine Kohlensäure, die geschickt Rezenz und Geschmeidigkeit verbindet. Röstmalzige Kaffeearomen vermengen sich mit einem Hauch Schokolade. Blumiges, Grasiges, leicht Ätherisches taucht auf. Dazu ein leichter Citrusschimmer. Sehr gelungen auch diese Harzig-Süße, das im Malz schlummert. Ein sehr erfrischendes, spritziges und anregendes Bier. Das Ätherische des Hopfens animiert sanft den gesamten Genusssektor, streichelt die Geschmackspapillen. Etwas Kakaoartiges flammt noch kurz auf. Ledrig-Tabakartiges ist hineininterpretierbar. Die Zutaten wirken sehr agil. Der Geschmack ist lebhaft, natürlich und erfrischend. Alles zeigt Individualität und Teamgeist zugleich. Der Charakter ist robust und reif, die Vollmundigkeit hoch. Ein intensives, anspruchsvolles Bier, das entdeckt werden will. Kein Trank zum belanglosen Nebenbeitrinken. Nein. Hier muss man konzentriert zu Werke gehen, braucht dabei den Spaß am Genuss keinesfalls verlieren. „It’s Bahl Hornin’ (It’s good drinkin’)“ ist der Leitspruch im örtlichen Dialekt. Das kann man nur unterstreichen. Ein sehr gelungenes Bier mit facettenreichem Geschmack und weitem Aromabogen. Homogen. Natürlich. Frisch. Aromatisch und in der Würze anspruchsvoll, hintergründig, interessant. Der Süffigkeitsgrad ist hoch. Der Genussfaktor ebenfalls. Im Abtrunk bleibt lange ein herrlicher, feinwürziger Nachgeschmack haften, der wohlig wirkt und animiert. Wieder mal ein Beweis, dass es in den USA neben den klassischen Massenbiersorten wie Bud, Millers und Coors auch eine kleine, feine, edle Brauszene gibt, die außerordentlich gute Biere produzieren. Mit der Anderson Valley Brewing Company zieht der nächste Beleg in unsere Testserie ein. Sehr gut. Sehr empfehlenswert. Sehr anders als alles, was der normale Amerikareisende jemals in die Kehle bekommt. Ich würde das gerne mal frisch vom Fass trinken. Sicher nochmals eine Steigerung. Großes Kompliment an die verantwortlichen Jungs und Mädels. Klassebier.

Fazit: It’s Bahl Hornin’
Wertung: + + + + +* [t 07/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe