Apoldaer ROCK-BEER (4,9 %) seit 1887 aus Apolda in Thüringen:
Der nächste Beweis, das Internationalität scheinbar immer
wichtiger wird: Rock-Beer aus Thüringen. Für was soll das
stehen? „Unser wohlschmeckendes Pils – das fein gehopfte
Apoldaer ROCK-BEER. Ein Trinkerlebnis nicht nur für junge Leute.“
Soweit das Etikett. Schlauer sind wir aber jetzt auch nicht. Rock. Der
Felsen im Englischen. Das ist noch einfach. Aber setzt man das Ganze
ins Verhältnis ... wo ist die Logik, die Lösung? Rock-Beer!
Oder das ROCK das auf musikalische abspielt?: „It rocks“,
wie der englischsprachige Übertreiber gerne verlautbart. Rock-Beer
weil es so abrockt ... ? Also man. Blöder Name für ein Bier
ohne ausreichende Erklärung weshalb es so heißt. Könnte
mich nur darüber auslassen ... HOLLA. Eben erspähen meine
müden Augen auf dem Frontetikett eine GITARRE!! Also doch. Es ROCKT
... müsste es aber dann nicht ROCKING-BEER heißen ... ? Oder
ist dieser Trank prinzipiell der Musikrichtung ROCK verschrieben ...
?
Der Schaum ist gut. Mittel- bis feinporig. Ordentliches Volumen. Ordentlicher
Stand. Kann man kaum daran herummäkeln. Der Geruch lässt eher
an ein malziges Bier denken, Pils ist da doch etwas weit weg. Höchstens
im hinteren Duftdrittel könnte man sich auf eine Unentschieden
einigen. Mittelhellgelbe, glanzfeine Farbe.
Der Geschmack hingegen pilstypisch herb. Ohne Bäume auszureißen.
Der Antrank volumenmäßig der stärkste Teil mit relativ
hohem Malzanteil. Danach wird es hopfenrasantiger. Der Abgang dann klar
von dieser weiblichen Doldenfrucht geprägt. Etwas zu trocken. Etwas
zu hart und unbeweglich. Aber keineswegs stachelig. Die Vollmundigkeit
hingegen ist eher bescheiden. Auch die Natürlichkeit der Zutaten
wird auf eine eher harte Probe gestellt. Da fehlt es ein bisschen an
Harmonie und Wärme – die Mannschaftsteile brillieren nicht
gerade Miteinander. Etwas stelzig und grob. Trotzdem bewart sich das
Apoldaer ein gewisses Maß an Süffigkeit. Nicht perfekt. Aber
doch versöhnlich. Es bleiben aber einige Fragen offen ... Rock
... Tiefe ... junge Leute ... fein gehopft ... Gut. Sind wir nicht zu
kritisch. Ein Bier, das sicher nicht zu den Besten gehört. Aber
es ist ein Pils (?), das durchaus eine Daseinsberechtigung besitzt.
Eindeutig ist jedoch: es ROCKT nicht!
Fazit: Offene Fragen
Wertung: + + + [t 01/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Im Internet unter:
www.vereinsbrauerei-apolda.de