Asgaard Nordisches Weizen (5,0%) seit ? aus Schleswig in Schleswig-Holstein: Schade. Ein Großteil der Hefe hat sich am Boden der Flasche festgesetzt. Trotz großer Mühen bekomme ich nicht alles ins Glas. Der Geruch ist verblüffend intensiv und malzig, fast blumig. Der Schaum eine absolute Augenweide. Die Kohlensäure treibt ihn in wilden Perlen am Glas entlang empor. Die Farbe ist relativ hell für ein Weizen. Jo Herrschaftszeitn. Was ist das denn? Rauchig ohne Ende. Ein geräucherter Tick wohnt diesem Bier bei, das muß man geschmeckt haben. Trocken, fein, rauchig. Das Malz muß geräuchert worden sein. Wahrscheinlich in irgendwelchen Räucherkaten, in denen früher Fisch gedünstet wurde. Denn das Aroma erinnert in der Tat an geräucherten Aal. Aber nicht im fettigen Sinne sondern trocken-edel und tiefaromatisch. Dazu weiches Wasser und eine feine Kohlensäure. Und obwohl das Aroma sehr intensiv -und ungewöhnlich- ist, hat dieses Bier ein eher schlankes, schmales Geschmacksbild und beeindruckt durch eine enorme Süffigkeit. Wirklich außerordentlich. Dieses Geräucherte... Da gibt es ja diesen berühmten Vertreter dieses Genres aus Franken: Schlenkerla aus Bamberg. Bei diesem Bier scheiden sich die Geister. Die einen können es absolut nicht ab. Die anderen quälen sich mit dieser üppigen, breiten, quälend völlenden Intensität des Bieres. Die anderen schwören drauf. Ich bin mir sicher, würde man diese drei Parteien an einen Tisch mit dem Asgaard versammeln, alle wären sich einig: Dieses Bier schmeckt hervorragend. Nicht zu aufdringlich und einnehmend, eher feingliedrig und zurückhaltend. Auf jeden Fall außergwöhnlich und herausragend. Seltenes Aroma. Fruchtig. Rauchig. Malzig. Mutig. Hochinteressant. Ein absoluter Gaumenschmauß, der aus dem Mainstream komplett ausbricht und dem WEIZEN eine neue Identität verleiht. Wie die Jungs aus Schleswig das in diesem kleinen aber netten Brauhaus direkt an der Schlei bewerkstelligt haben, weiß ich nicht. Auch auf dem Bier sind kaum Infos vorhanden. Das Ergebnis aber spricht ohnehin für sich. Ein Klassebier. Punktabzug gibt es nur bei der Transporteinheit. 0.33 Liter sind bei dieser Güte eine Ohrfeige. Als ob es da was zu sparen gäbe.
Fazit: Schleswig-Holsteinische Schwaben
Wertung: + + + + + - (t 03/03)
Im Internet unter: www.asgaard.de
PS: Eigentlich hätte dieses Bier eine 6 verdient. Und nur weil es streckenweise etwas dünn wirkt, im Sinne eines großen Bieres, und ich der noch am Boden klebenden Hefe durchaus noch einen Schub nach vorne zutraue, vergebe ich eine 5,5. Frisch vom Faß sind dann sicher alle Zweifel weg gewischt. Ich hoffe, dass ich irgendwann einmal in den Genuß komme.
PPS: Diejenigen, die die Biere der Asgaard-Brauerei werden vielleicht bemängeln, dass ich das Weizen und das Premium auf eine Stufe gestellt habe. Das Weizen schmeckt sicher und auf jeden Fall ungewöhlicher. Dafür hat das Premium mehr Tiefe und Ruhe. Drum für beide die gleiche Note.