Aurum Special Iberica, Salem (Valencia), Spanien, 5,6%vol., 0,33l Dose

Dose auf, Inhalt in ein Glas. Gute Schaumentwicklung. Wir haben hier ein goldgelbes, klares Bier. Ein geringer Malzgeruch ist auch da. Der Antrank gibt sich süßlich, süßlich fruchtig. So etwas wie Pfirsich mit feinem Malz. Das Wasser ist sehr weich, es gibt kaum Kohlensäure. Der doch nicht zu vernachlässigende Alkohol ist nicht zu schmecken, wirkt aber. Ein herb-süßer Abgang, ein schwerer Eindruck auf einem ansonsten leicht scheinenden Bier.

Gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot: ja
Fazit: schweres Ende
Bewertung: + + - [d 10/10]

Aurum Special (5,6 %) 0,33er Dose, seit ? aus Salem in Spanien:

Spanien hat einen richtig guten Supermarkt: Eroski. Wenn man Megastores ungezügelten Ausmaßes mag. Auf jeden Fall kriegt man in diesen mehrere Fußballfelder großen Hallen alles. Autoreifen. Lebendige Hummer. Zuckerohrhonig. Und Bier. Speziell für Eroski eingebrautes Bier. Leicht. Frisch. Am besten eiskalt … denn Andalusien hat einen gravierenden Nebeneffekt: es ist heiß hier. (Die Ebene des Guadalquivir in der Nähe von Sevilla ist die statistisch heißeste Gegend Europas).
Das Aurum Special tischt beeindruckend auf: 5,6 %. Für hiesige Verhältnisse schon eher ein Bockbier. Der Schaum macht schon mal einen guten Eindruck. Fest. Feinporig. Guter Stand. Die Farbe ist ein überdurchschnittlich dunkles Gelb – für Spanische Verhältnisse. Der Geruch hat einerseits viel Potenz, das ist dem Malz zuzusprechen, aber auch eine gravierendes Fehlaroma: ein künstlich-trocken-chloriger Eindruck stört immens.
Glücklicherweise ist davon im Geschmack nicht mehr ganz so viel übrig. Dennoch, vor allem im Finish, finden sich Spuren davon. Vordergründig agiert ein etwas gedehntes, ziehendes, sehr süßes und etwas zähes Malz. Das Wasser ist sehr weich. Die Kohlensäure samtig. Einer guten Süffigkeit steht also nichts im Wege. Die Vollmundigkeit ist sehr hoch, das Bier ist gehaltvoll. Trotzdem leidet dieses Special unter einer latent immer wieder hochkommenden Künstlichkeit. Das ist definitiv nicht von der Hand zu weisen. Schade, dass sich in der Zutatenliste einige „E’s“ finden. Somit wird der eigentlich gar nicht mal so schlechte Eindruck deutlich getrübt. Die Auflistung der Inhaltsstoffe beweist es ferner: Mais ist mit eingebraut, zwar sehr dezent in der Entfaltung, dennoch vorhanden. Nun. Ein Bier mit Gehalt. Sicher. Aber auch eines, das in Sachen Abmischung und Ausgewogenheit ganz andere Vorbilder hat. Das Aroma ist nichts, wonach man sich strecken müsste. Gleichzeitig entpuppt sich der hohe Stammwürzegrad als Nachteil: in der brachialen Hitze Andalusiens sind 5,6 Umdrehungen letztendlich einfach zu viel. Andererseits kann man dieses Bier zur Abwechslung auch mal geschmacklich analysieren.

Fazit: Andere Vorbilder
Wertung: + + + [06/09] Andalucia
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: k.A.
Inhaltsstoffe: k.A.