Ayinger Bräu-Weisse Hell (5,1 %), Privatbrauerei Franz Inselkammer KG, seit ? aus Aying in Bayern:
Hefig-bananiger Geruch. Frisch und aufwühlend. Der Schaum steht prächtig, die Farbe ist bonzenähnlich. Das Etikett verbindet traditionelles mit modernem. Der Durst ist groß. Die Vorfreude auch.
Volle Hefe im Antrank. Kräftiger Geschmack, geschmeidiges Aroma. Sehr samtig und cremig. Der Schaum und die Kohlensäure werkeln auf hohem Niveau. Über das Wasser könnte man absolut nichts negatives sagen. Sehr dynamische, weiche, ausgewogene Basis. Dazu ein Geschmack, der viel bietet: Malz, Hefe, beides sehr eindringlich und entspannt zugleich, eine Hauch bananenfrucht, dazu der Hopfen, der im Hintergrund agiert, trotzdem seinen Part gut und sicher spielt. Vor allem diese Einheitlichkeit, die Harmonie überzeugen. Dazu ein sehr weiches und samtiges Erscheinungsbild. Gelungene Sache. Sehr süffig, entspannend, vollmundig und kernig. Jederzeit stark genug, um jeden Weizenbierkenner zu überzeugen. Gleichzeitig verbreitet sich eine angenehme Wohligkeit, etwas Zurückgelehntes und Bedächtiges mischt sich ein. Dazu muss noch gesagt werden, dass diesem Bier jegliche störenden Einflüsse fremd sind. Hier zwickt oder sperrt nichts, keine Formulierungsnöte durch schräge Aromen. Man kann sich ruhig und entspannt diesem Bier widmen, wohl wissend, ein gutes, ein gelungenes Weizen vor sich zu haben. Unumschränkt zu empfehlen. Ein Bier, wie man es sich nur wünschen kann. In allen Disziplinen im vordersten Feld. Keine Ausfälle. Kein Durchschnitt. Man hat das Gefühl, etwas sehr natürliches und handwerklich gekonnt umgesetztes zu trinken. Wirklich gute Arbeit. Großes Lob. Mehr Worte sind gar nicht nötig. Der Trinker überzeuge sich selbst. Zwar erweckt die vielsprachige Etikettengestaltung einen etwas kommerziellen Eindruck. Aber dieses Bier kann man ruhig über die Grenzen hinaus ausliefern. Es wird dem bayerischen Bierruf nur dienen.
Man wünscht sich bei jedem Schluck mehr. Ist voller Vorfreude. Bangt, beim Blick aufs Glas, denn der Pegel sinkt. Ein Bier, von dem man sich nicht nur eine 0,5er Flasche sondern einen ganzen Kasten wünscht. Denn der Genuss ist groß. Hier greifen die wichtigen Aspekte, die guten alten Brautugenden, harmonisch ineinander und verschmelzen zu einer kleinen Weizenarie. Klassebier.
Fazit: Über die Grenzen hinaus
Wertung: + + + + + - (t 04/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe
Im Internet unter: www.ayinger-bier.de