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| Ayinger Celebrator Doppelbock (6,7 %), 18,5 % Stammwürze,
seit ? Privatbrauerei Aying, Franz Inselkammer KG, Zornedinger Str. 1, D-85653
Aying in Bayern: Das Etikett erinnert stark an Gestaltungen um die Wende des letzten Jahrhunderts. Richtig schön altmodisch. Nur das Halslabel ist nicht so gelungen. Scheint, als hätten die was vergessen. Enorm viel Karamel, Malz, Likör-Schnaps im Geruch. Viel Süße und Schwere. Der Schaum ist sehr feinporig, der Stand einem Bockbier entsprechend nicht vollkommen. Die Farbe ist enorm dunkel, mehr schwarz als alles andere und ein Blick durch das Bier ist nicht möglich, so undurchdringlich steht es da. So stellt man sich einen echten bayerischen Bock vor: brennend malzig, enorm kräftig, viel Karamel, sehr süß, dazu dieses Scharfe, eine Vollmundigkeit, die man greifen kann, kernig, urig. Der Hopfen wirkt höchstens im Abgang erkennbar. Er flößt einem gleich Respekt ein. Beim ersten Schluck schon läuten die Alarmglocken. Das ist kein leichtfüßiger Geselle, hier ist Manneskraft und Standvermögen gefragt. Die Süffigkeit ist dementsprechend eher mastig angelegt. Aber trotz aller Breite bewahrt das Ayinger einen gewissen Rundlauf. Man wird nicht komplett über Bord geworfen. Zwar begleitet die Schärfe jeden Schluck. Dafür kann man diesem Bock eine passable Harmonie attestieren. Somit gleicht sich das ganze aus. Sicher. Ein wirklicher leicht und lockerer Trinkgenuss ist dieses Bier nicht. Dazu baut sich im Rachen einfach zu viel auf. Gleichzeitig stößt das Hirn dauernd Warnhinweise aus. Da kann man von ruhigem genießen nicht unbedingt sprechen. Vielmehr ist dieser Bock ein Bier, wie man es sich mal zu einem besonderen Anlass schmecken lassen kann, wenn man sich sicher ist, an diesem Tag keinen Besuch mehr zu bekommen oder nicht mehr an einem anspruchsvollen Gespräch teilnehmen muss. Hat man aber Muße und frei, so kann man sich dieses Starkbier ruhig mal schmecken lassen. Allerdings führt hier der Begriff CELEBRATOR leicht in die Irre. Auf keinen Fall sollte man damit Feiern oder gar eine Party angehen. Denn durch die doch nicht zu verachtende Süffigkeit ist der Gang zu Boden nicht weit. - - - Viel Aroma wird auf jeden Fall geboten. Und es ist einmal etwas ganz anderes, ein sattes und kerniges Bockbier eben. Und für diesen Typus schneidet es gar nicht mal schlecht ab. Obwohl es in dieser Gewichtsklasse sicher markantere gibt. Fazit: Let’s celebrate Wertung: + + + - (t 05/04) Gebraut nach dem Reinheitsgebot: Ja Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure PS: Eines muss noch erwähnt werden. Nach einer Weile wird dieses Bier doch etwas anstrengend, sodass ich von der ursprünglich geplanten 4 abrücke und nur eine 3,5 vergebe. |