Ayinger Altbairisch Dunkel (5,0 %) Privatbrauerei Fanz Inselkammer
seit ? aus Aying in Bayern:
Sehr ansehnliche Schaumbildung. Die Poren cremig wie feiner Schlagobers.
Das Volumen beachtlich. Der Stand monumental. Das leichte beige der
Farbe gibt dem Anblick den letzten Schliff. Der Geruch ist zurückhaltend
und dezent, nie aufdringlich. Es kommen röstige Malzaromen vor,
erdige Komponenten, Holunder, eine leicht parfümartige Blumigkeit
(weit hinten), etwas Lakritz und Brombeeren. Ein sattes und klares Rubinrot
steht für das Dunkel.
Unerwartet bitterer und trockener Antrank. Dieser Eindruck zieht sich
durch über den Mittelteil bis ins Finish. Das Aroma ist sehr erdig
und röstig. Die Trockenheit des Hopfens ist exorbitant. Das wirkt
auf den ersten Blick schlank und fast etwas asketisch, auf jeden Fall
nicht mastig. Leider kommt in der Mitte ein oxidierter Ton mit ins Spiel,
der den Geschmack eintrübt. Man braucht eine Weile, um diese Klippe
zu umschiffen und das Aroma möglichst ohne diesen Makel zu orten.
Nun kommen noch fruchtige Schwarzbeerenmomente hinzu. Das Röstmalzige
kommt noch etwas stärker zutage. Ebenso eine Bitterschokoladenimpression.
Auch Kaffeebohnen sind nicht weit. Eine Spur Rosinen ebenso. Das wäre
alles interessant und durchaus elegant in seiner Anmutung. Wäre
da nicht diese trockene Metalligkeit, die man einfach nicht abschütteln
kann. Zwar gewöhnt man sich mit der Zeit etwas dran, der Eindruck
wird schwächer, aber das ist natürlich nicht optimal. Der
Geschmack sollte von Beginn an frei sein. Leider ist das beim Ayinger
Altbairisch Dunkel nur eingeschränkt der Fall, und das ist doppelt
schade, denn hinter dem Vorhang schlummert ein durchaus interessantes
und individuell gestricktes Aroma, das sich aber aufgrund der schon
genannten Vorgänge nicht richtig entfalten kann.
„Nach alter Rezeptur der Privatbrauerei Aying.“
Auf jeden Fall wird man nicht vollends eins mit diesem Bier, wirkliche
Stimmung kommt trotz guter Voraussetzungen nicht auf. Bleibt noch zu
sagen, dass Wasser und Kohlensäure sicher nicht die weichesten
sind und eine leichte Säuerlichkeit, frisch, über dem Geschmack
liegt. Die Vollmundigkeit ist nicht sonderlich hoch. Wie auch die Süffigkeit.
Dennoch schlummert mehr in diesem Bier, als es preisgeben will. Vielleicht
frisch vom Fass besser? So jedenfalls sind die Makel einfach zu auffällig.
Und unnahbar. Drum auch nur eine 3,5.
Fazit: Zu auffällig
Wertung: + + + - [t 03/08]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Im Internet unter:
www.ayinger.de