Bürgerbräu Bayreuth Altbayreuther Braunbier Das Echte (5,0 %) seit 1860 aus Bayreuth in Bayern:
Bügelverschlussflasche. Klassiker. Pfandintensiv. Dafür herrlich altertümlich. Und das Geräusch beim Öffnen der Flasche ... Das Etikett ist edel gestaltet. Die Wahrzeichen und Verweise der alten Wagnerstadt sind unübersehbar.
Was für eine Show beim Einschenken. Der Schaum veranstaltet ein enormes Spektakel. Jedoch hat er nach einer gewissen Zeit auch die Ruhe, fest, erhaben, cremig-beige, feinporig und edel über der leuchtend braunen Flüssigkeit zu thronen. Der Duft ist etwas eckig, bewegt sich auf der malzigen Schiene, wirkt etwas kühl, jedoch rein.
Ein wenig Lakritz, butterartiges, Malz, Trockenheit, im Anhang etwas bitter-herb-hopfiges. Man kann dem Bier auf keinen Fall nachsagen, es hätte wenig Schattierungen. Das Aroma ist vielfältig. Keine Frage. Vor allem diese butterkaramelartige und im gleichen Zug trocken-herbe Note ist interessant. Und nicht alltäglich. Das Wasser wirkt gut, die Kohlensäure könnte man etwas herunterschrauben, obwohl sie eine recht schaumigen Eindruck produriert. Im großen und ganzen wirkt das Aroma recht homogen und rein, allerdings tauchen, vor allem im letzten Drittel, hie und da Haken auf, welche die Harmonie torpedieren. Vor allem ein leicht metallischer, bieruntypischer, künstlicher Touch macht dem Geschmack zu schaffen.
Insgesamt fehlt dem Bier ein wenig das Einheitliche, die Kompaktheit. Die Zutaten gehen zu wenig eine Symbiose ein, als dass sie teilweise kontraproduktiv agieren. Nur ansatzweise. Nicht generell. Aber eben doch stark genug um den guten Anfangseindruck herabzuschrauben.
„Bayerns Herzog Wilhelm V. ließ bereits 1590 auf Burg Trausnitz Braunbier für seinen Hofstaat brauen. In Bayreuth wurde in der guten alten Zeit die Braukunst von der sogenannten „Beckenbrauern“ hochgehalten – alles Meister – auf deren Häuser das Schank, Brau- und Backfeuerrecht lagt. So schenkte man Ende des 18. Jahrhunderts jährlich bereits über 22.000 Eimer „Brauens“ aus. Der bekannte deutsche Dichter und Humorist Jean Paul hat sich im Jahre 1804 allein wegen des süffigen Braunbieres in Bayreuth niedergelassen.
Mit dem alleinigen Braurecht und patentamtlich geschützt wird diese Bierrarität von der Bürgerbräu GmbH Bayreuth nach alten überlieferten Rezepten und ausschließlich mit bayerischem Gerstenmalz und fränkischem Doldenhopfen eingebraut.“

Eine eigene Note weist es durchaus auf. Urig schmeckt es auch. Aber man hat das Gefühl, dass hier durchaus noch etwas rauszuholen gewesen wäre. Vor allem schmeckt es etwas zu glatt und steril. Dazu dieser störende Beigeschmack. Nicht perfekt umgesetzt. Und doch gut zu trinken. Keine schlechte 4.
Fazit: Braune Bierrarität
Wertung: + + + +* (t 11/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Malz, Hopfen
Im Internet unter: www.buergerbraeu-bth.de