Baadog Mongolian Crafted Beer (4,6%) aus Ulan Bator:
"Mongolisches Bier hat eine beachtliche Geschichte, die bis zu den Zeiten Kahns zurückreicht..." Mongolisches Bier. Kann das denn wahr sein? Der Geruch deutet schon einmal auf größere Probleme hin. Da ist irgendwas sehr seltsames drin, das an alte sandige Sandalen und verschwitze Steppenpferde erinnert. Die Farbe und der Einschank erwecken ja noch Hoffnung. Aber der Geruch hat es schon mal gewaltig in sich. Nun zum Geschmack. Bääähh. Hoppla. Das ist ja nicht wahr. Die behaupten zwar, das die Mongolische Bierkultur bis auf Dschingis Khan zurück reicht. Aber entweder nehmen die verdammt schräge Sachen für ihr Bier, haben ihre Brautechnik die letzten 500 Jahre kontinuierlich verschlechtert oder dieses Bier stammt direkt aus Kahns Grab. Es schmeckt extrem nach süßem Malz-Glibber und schälem Wüsten-Hopfen. Der Zusammensetzung verlangt dem Trinker alles ab. Angeblich wurden nur drei Zutaten verwendet: Ausgesuchtes Malz, natürlichen Hopfen und Wasser. Ich möchte nicht wissen, woher die das haben, welcher Brunnen für dieses Bier verantwortlich ist. Es schmeckt äußerst süß nach Karamel und hinterlässt ein sehr klebriges Gefühl am Gaumen nach jedem Schluck. Der Nachgeschmack geht klar in Richtung unangenehm bis lästig. Gut. Lassen wir die Kritik. Bier aus der Mongolei ist auf jeden Fall einen Test wert. Und ich kann mir vorstellen, dass ein Tripp durch die endlose Gobi auf heißen, staubtrockenen Wüstenstraßen, vorbei an öligen Wasserstellen, durch schattenlose, schakalverseuchte Ebenen auf einem störrischen Muli ohne Sattel ein glückliches Ende findet in der einzigen Bar von Ulan Bator bei einem lauwarmen Baadog. Lauwarm, weil der Kühlschrank mal wieder streikt. Trotzdem ist man heilfroh endlich ein Bier in der Hand zu halten. Auch, wenn es aus Kahns Grab stammt oder kleine Kinder mit eingebraut wurden.
Fazit: Weite Wüste, warmes Bier
Wertung: + (t 02-02)
PS: Das Bier wird übrigens in England unter Lizenz gebraut. Wir lassen es aber bei den Mongolischen eingereiht. Die Engländer haben ja schon genug.