Bad Elf Winter’s Ale (4,5 %) 0,5-Liter-Flasche, brewed
and bottled by Ridgeway Brewing seit ? aus South Stoke in England:
Oha. Wieder mal eine Themenbier aus England. Die stehen ja auf so was.
Schön kitschig und schräg. Das mögen die Briten. So auch
hier: Ein Elfenbier. Auf dem steht in allerlei Sprachen viel drauf.
Scheinbar exportieren die das in alle Herrenländer.
Der Schaum passt schon mal sehr gut. Cremig. Rötlich-beige Farbe.
Sehr hoch aufstrebend. Extrem guter Stand. Die Struktur bewundernswert.
Wenn die das alle auf natürlichem Wege hinbekommen haben, dann
gebührt dem Braumeister Peter Scholey ein Riesenlob. Die Farbe
ist ein Mix aus Bernstein, Orangetönen und einem hellbraunen Schimmer.
Der Geruch ist leicht bitter in der Malzwürze. Dominierend ist
aber der Hopfen, der auf typisch englische Art sehr citrusfruchtig auftritt
und eine schöne Grapefruitführung hat. Ein harziger Impuls
ist noch zu verzeichnen. Frische, spritzige, schlanke Sache mit starkem
Ausdruck.
Ja man. Was für ein Hopfenfest. Very british ausgelegt. Sauer im
Antrank und Finish. Grapefruit und Limone geben den Takt vor. Dazu ein
paar wenige mildere Orangennuancen. Im Finish dann eine etwas stärkere
Sauernote, die nicht ganz so harmonisch ist, wie der Rest. Mittig mehr
Malz. Etwas dünn auf der Brust, aber die harzige Note macht sich
gut. Die Abstimmung ist überdurchschnittlich gelungen. Die Zutaten,
vor allem der Hopfen, sprühen nur so Spielfreude. Herrlich auch
der saure Nachgeschmack, ganz klasse, das passt vorzüglich zu dem
Citrusgemisch. Ein leicht ätherischer Hauch ist noch mit von der
Partie. Ein Schimmer Ingwer gibt dem ganzen etwas Erdiges. Das Wasser
ist ausgesprochen weich. Die Kohlensäure ist dicht und perlig,
nicht übertrieben, aber keineswegs schwach eingestellt. Die Süffigkeit
ist sehr hoch. Zwar ist diese säuerlich-citrausartige und durchaus
trockene Auslegung vielleicht nicht jedermanns Sache. Aber für
alle anderen gilt: trinken! Der Geschmackskörper ist im ersten
und zweiten Drittel durchaus tief. Im Finish dünnt es etwas aus,
ist die Vollmundigkeit nicht mehr auf höchstem Niveau. Die Zutaten
wirken sehr natürlich und vor allem engagiert. Vor allem, ich sag’s
noch mal, der Hopfen. Der ist in seiner Spritzigkeit und Frische echt
der Hit. Und zum Schluss gibt es dann noch eine Überraschung: ein
wenig Hefe ist mit in der Flasche und hat sich auf dem Boden abgesetzt.
Mengt man das ins Glas, kommt ein weiterer gelungener Aromaaspekt mit
ins Spiel. Der Geschmack wird weicher, etwas mehliger und voller. Ganz
ehrlich. Als ich die Flasche vor mir stehen sah, war ich skeptisch und
konnte das Bier nicht wirklich ernst nehmen. Zu untraditionell im klassischen
Biersinne erschien das Label. Aber drinnen steckt ein wirklich reicher,
exotischer und nachhaltiger Inhalt. Sehr lecker. Sehr süffig. Hopfen
in Bestform. Trocken. Sauer. Grapefruit-Ingwer. Männlich. Nichts
für Liebhaber für weich gezeichnete Biere. Das muss man packen
und entdecken. Auf geht’s.
Fazit: Da lacht der Elf
Wertung: + + + + +* [t
01/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
k.A.
Inhaltsstoffe: k.A.
Im Internet unter:
www.ridgewaybrewing.co.uk