Bären Bock (7,4 %) seit 1996 aus Neuhausen in Bayern:
So. Sehr gespannt. Nachdem die ersten drei Vertreter der Braukünste
dieser Mikrobrauerei schon mehr als überzeugt haben, steht das
letzte der Reihe natürlich schwer in der Pflicht. Also lassen
wir den Bügelverschluss knallen und den Inhalt ins frisch Glas
gleiten.
Also eines sage ich euch. Die Leut‘ aus Neuhausen wissen, wie
man Bier braut. Auch der Bock ist dermaßen gelungen, dass man
nur verblüfft staunen kann. Wer einmal dort war wird mir bestätigen,
dass das äußere Erscheinungsbild alles andere als zu Jubelstürmen
Anlass gebietet. Nicht sonderlich attraktiv; abgesehen vom Biergarten.
Aber was die Jungs und Mädels im Inneren der Mauern zusammenwerkeln,
das ist allererste Sahne. Es sei nur jedem wärmstens empfohlen
einmal einen Abstecher zu dieser ländlichen, familiären
und einwandfreie Ware präsentierenden Brauerei zu fahren. Nicht
weit von Ulm entfernt, ist man in wenigen Minuten von der Autobahn
im Bierparadies. Und ohne übertreiben zu wollen kann ich freiweg
sagen: dieses Bier ist grandios gut gelungen. Ein Bock, der eine haferflockenartige,
bananenfruchtige, malzkräftige Struktur aufweist, die jeder Zeit
kräftig und kernig aber auch unter Kontrolle bleibt. Alle Zutaten
bewegen sich auf allerhöchstem Niveau und versüßen
des Trinkers Abend auf angenehme und stramme Art und Weise. Der Geschmack
ist enorm reichhaltig, tief und voluminös. Trotzdem läuft
es nie aus dem Ruder sondern bleibt mild, bekömmlich sanft. Für
einen Bock. Angefangen von der reizvollen dunklen Farbe über
einen Schaum, der für einen Bock eigentlich so gar nicht existieren
würde über den Geruch, der jede Nase in Verzückung
führt hin zum Geschmack, der ein Paradebeispiel bayerischer Bockbierbraukunst
ist. Das muss man geschmeckt haben. Absolut beeindruckend. Nicht plump
stark wie manch anderer Bock und schon gar nicht aromatisches Bockbierdünnbier
sondern ein bescheidenes, reifes, kavalierartiges Auftreten. Honigsüß.
Malzigfeurig. Hopfenblumig. Alles eine Einheit. Kompakt. Stark. Intensiv.
Dazu alles sehr frisch und rein. Die Qualität der Zutaten liegt
weit über dem Durchschnitt. Und das Gesamtpaket ist eine Arie
an die Kraft, an die Einheit, an die Brillanz des Bieres. Man kommt
wirklich nicht umhin ins Schwärmen zu geraten. Einzig die Selbstdisziplin
sollte groß genug sein um den vom ersten Schluck an monsterwellengroßen
Verlangens des ständigen Nachtrinkens nicht nachzugeben. Denn
die Süffigkeit ist mörderisch. Und hat man sich nicht im
Zaum hat man rapp zapp dermaßen einen sitzen, dass sich die
Balken biegen. Kontrolle der Euphorie ist hier alles. Ansonsten geht
es böse aus. FABELHAFTES BIER. Allergrößtes Kompliment
nach Neuhausen. Ihr habt einen großen Fan mehr.
Fazit: Meilenbock
Wertung: + + + + + +
(t 07/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
(PS: dies ist übrigens das wahre Bier No. 3.000.)