Baisinger Pilsner (4,8 %) Baisinger Löwenbrauerei, seit
9 Generationen Brauhandwerk der Familie Teufel seit 1775 aus Rottenburg-Baisingen
in Baden-Württemberg:
Hopfiger, etwas harter jedoch frischer Geruch. Etwas eingezwängt
in der Ausstrahlung. Der Schaum feinporig, der Stand und das Volumen
gut, nicht perfekt. Die Farbe pilstypisch hell.
In den Grundzügen klar hopfig. Der Charakter etwas unterkühlt,
recht asketisch, eher steif als lebendig. Aber nicht enttäuschend,
keinesfalls. Das Bier hat durchaus Ausdruck und einen durchdachten
Aufbau. Allerdings kann es nicht an die bisher aus dieser Region getesteten
Pilsbiere heranreichen. Es wirkt etwas härter, kantiger, trockener,
nicht so verspielt bzw. spielfreudig und facettenreich und der Hopfen
hat nicht die gleiche grandiose Ausstrahlung. Dies hier ist eher ein
recht kontrolliertes, konservatives Pils mit wenig experimentellem
Einschlag. Hinzu kommt ein etwas metallischer und auf jeden Fall sehr
trockener Beigeschmack, der das Aroma nicht eben nach vorne katapultiert.
Wirkt etwas ungemütlich. Somit wirkt auch das Wasser etwas ungelenk,
die Kohlensäure hingegen ist topp.
„Unter uns .. in unserem schönen Baisingen, wo jeder
jeden kennt, weiß auch jeder von den Vorlieben des anderen.
Für die etwas herberen Typen brauen die Brüder Teufel ihr
Baisinger Pilsner. Es prickelt feinbitter, erfrisch und zaubert einen
verführerisches Lächeln auf die Lippen. Auf diese Weise
erliegen auch Damen reihenweise dem Charme dieses besonderen Bieres.“
Der Geschmack ist sicher bitter, auch feinbitter, darauf kann man
sich einigen, aber der Hopfen hat nicht die nötige Bandbreite,
ein etwas eingeschränktes Spektrum, das Malz macht kaum auf sich
aufmerksam, kein Problem, aber dieser staubtrockene und metallische
Einschlag sorgen nicht für Euphorie.
Fazit: Wie Frauen erliegen
Wertung: + + +* [02/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Bauwasser, Gerstenmalz, Hopfen
PS: Vielen Dank an den netten Herren, der mir trotz
Mittagspause und gottverlassener Szenerie die Baisinger-Palette organisiert
hat und mir zudem zwei sehr originelle Gläser hinterherspendete.