Baisinger Teufels Bock Hell (7,0 %) seit ? aus Baisingen in Baden-Württemberg:
Edle Verkappung mit der roten Metallfolie über dem Kronkorken.
Der Schaum ist eine Wucht. Für ein Bockbier absolut medaillenwürdig.
Der Geruch ist recht scharf, aufgeweckt, leicht beerig, natürlich
malzig, schwachfeinbitter. Die Farbe ist überraschend hell.
Klar strukturierte, eindeutige Sache. Stark. Ordentlich. Geordnet. Verblüffend
geradlinig. Gutmütig. Fast könnte man diesem Bier ein wenig
ein Weicheiertum vorwerfen. Ein Bockbier sollte wohl etwas mehr nach
Bock schmeckten bzw. sollte s etwas mehr Eier in der Hose haben. Der
Baisinger Bock wirkt zu gutmütig und bequem, zu gutbürgerlich
und verträglich. Das Aroma beschränkt sich auf Malz und eine
gewisse runde Schärfe, die ersetzbar ist. Klar. In Sachen Süffigkeit
und Milde machen diesem Bier kaum andere etwas vor. Aber genau hier
liegt der Knackpunkt. Es ist dennoch nicht süffig oder flutschig
genug, um aufzufallen noch kann es in Sachen Würze oder Spannung
Eckpfeiler setzen. Es schmeckt gut. Es schmeckt bekömmlich. Es
lässt sich gut trinken. Aber, hallo, wir sind hier beim BOCK“!
und nicht im Seniorenheim!! Wo bleibt die Wucht, das Krasse, der Hammer?
- - - Eher ein Bock für die Familie, für die, die sich ansonsten
nicht an diese Kategorie herantrauen. Nicht übermäßig
souverän oder hochtrabend, eher leisesohlig und angepasst. Aber
auf jeden Fall ein Bier und Bock, dessen Süffigkeitswerte hoch
sind.
„Bockig wild! Unter uns ... als Paul Teufel in Baisingen mal
so richtig den Bock rauslassen wollte, braute er diesen Teufelstrunk.
Es wurde ein ganz besonderer Gerstensaft, der so sanft und stark schmeckt,
dass er sprichwörtlich die Hörner verbiegt – mit höllisch
gut versteckten 7 Prozenten. Bruder Edmund Teufel warnt alle Ungeübten:
Vorsicht, der Sanfte ist bockstark!“
Nette Worte wie immer. Das Bier zählt aber auch wieder einmal nicht
zu den Meilensteinen. Guter, oberer Durchschnitt, aber dann wird es
auch schon dünn.
Fazit: Hohe Süffigkeitswerte ...
Wertung: + + + + [03/01]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen
PS: Vielen Dank an den netten Herren, der mir trotz
Mittagspause und gottverlassener Szenerie die Baisinger-Palette organisiert
hat und mir zudem zwei sehr originelle Gläser hinterherspendete.