Baisinger Teufels Weisse Kristall (5,2 %) Baisinger Löwenbrauerei
Teufel GmbH seit 1775 aus Baisingen in Baden-Württemberg:
Sehr gerstiger Geruch, frisch, etwas citrusangelehnt, natürlich
mild-erfrischend. Der Schaum macht sich ausgesprochen gut, sieht aus
wie Watte, hat einen tollen Stand und ein großes Volumen. Die
Farbe geht ins leuchtende, helle Goldgelb.
Hah. Paradekristall. Sehr frisch und spritzig, trotz aller Rezenz jederzeit
unter Kontrolle. Das Korn, die Gerste, der Weizen, all das steht zweifellos
im Mittelpunkt. Ein Kristall, das von seinem Getreide lebt. Daneben
ist eigentlich nicht mehr viel zu berichten. Etwas Karamellartiges,
auch eine entfernte Spur Zitrone ist auszumachen. Aber das ist nicht
der primäre Eindruck. Dieser ist eindeutig dieses wogende, schwebende,
leichte und dennoch markante Kornige, das über allem steht. Vollmundig
und schlank zugleich. Das Wasser und die Kohlensäure verhelfen
diesem Weizen zu einer herrlichen Süffigkeit, Leichtigkeit. Die
Würze ist gut strukturiert, angenehm portioniert, für eine
Kristall sicher schon eher kräftig, dennoch sanft und elegant.
„Unter uns ... als Edmund Teufel durch den kristallklaren
Baisinger Bach watete, bekam er eiskalte Füße und eine prickelnde
Idee: So rein, klar und erfrischend muss unser neues Kristall sein.
Gesagt, gebraut. Bruder Paul Teufel garantiert: Die klarste Halb-Liter-Quelle,
die je aus der Flasche zischte.“
Ein Bier von großer Einheit, das keine allzu großen Ansprüche
an den Trinker stellt, will sagen, nicht zu kompliziert und protzend
auftritt sondern der Einfachheit zu Vollkommenheit verhilft. Das ist
Bier, wie man es gerne trinkt. Natürlich, naturnahe Wirkung, die
Zutaten wirken präsent und von hoher Qualität, man sieht die
Ähren beinahe vor sich. Und in Sachen Bekömmlichkeit braucht
sich dieses Kristall vor keinem anderen zu verstecken.
Fazit: Gesagt, gebraut
Wertung: + + + + + [t
02/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Brauwasser, Weizen- und Gerstenmalz,
Hopfen
PS: Vielen Dank an den netten Herren, der mir trotz
Mittagspause und gottverlassener Szenerie die Baisinger-Palette organisiert
hat und mir zudem zwei sehr originelle Gläser hinterherspendete.