Baltika 9 (8,0%) seit 1990 aus St. Petersburg in Russland: Überraschend helle Farbe. Der Geruch ist schwach süß-malzig. Der Schaum ist feinporig und gediegen. Die Kohlensäure ist ziemlich aktiv. Die Dose ist in altbekanntem ostblockbraun gehalten. Soweit die äußeren Daten. Nun zum Inhalt. Ich bin ja von xxx eindringlich vor diesem russischen Dampfhammer. Aber siehe da! Dieses Bier ist gar nicht mal so verheerend. Trotz der 8 Umdrehungen schafft es dieses Baltika, dem Bier ein einigermaßen mildes Erscheinungsbild zu geben. Es hat zwar im Abgang ein etwas unrundes und künstliches Finish. Aber alles andere hat passables Niveau. Da gibt es weit schlechtere Starkbiere. Vor allem fehlt im völlig dieses oft anzutreffende "alkoholische". Dann, wenn man meint, einen Schnaps zu trinken, kein Bier. Das ist bei Baltika anders. Hier fehlt zwar etwas der Geist. Teilweise erscheint es lau. Auch die Kohlensäure, die zwar perlt wie Sau, schafft es nicht, Leben in die Bude zu bringen. Teilweise wirkt es etwas langweilig. Man glaubt gar nicht, dass dieser Gerstensaft 8% unter der Motorhaube hat. Auf der anderen Seite hat man mit Baltika 9 ein mildes, relativ harmonisches und ausgewogenes Starkbier. Weder beißt noch brennt es zu sehr, noch hat man das Gefühl, einen mit Schnaps getränktes Handtuch hinunter zu würgen. Eigentlich ein ganz ordentliches Gebräu. Nur wie man nach 4 oder 5 dieser Einheiten aussieht, da wage ich mal keine Prognose. Zumal das Bier doch zum Schluß hin stark an Format und Frische einbüßt. Und das nicht gerade wenig. Steht das Bier länger als zehn Minuten, so verblassen die oben erwähnten positiven Eigenschaften rasch. So müßte man dieses Bier eigentlich nach Tinkzeit einordnen: Bei schnellem Verzehr eine ganz gute 4 bei mittlerem Tempo zwischen 3 und 3,5 und bei langsamem Genuß höchstens 2,5.
Fazit: Je nach Geschwindigkeit
Wertung: + + + (t 10/02)