Barre Maibock (6,9 %) seit 1842 aus Lübbecke
in Nordrhein-Westfalen:
Also. Jetzt aber mal ran. Der Bock ist nämlich schon 11/04 abgelaufen.
Hoffentlich hat das in diesem Fall keinen ein zu großen Einfluss
auf den Geschmack. Ist ja Starkbier. Da hält sich die Sache bekanntlich
länger. Aber richtig frisch ist das natürlich nicht mehr.
Weit weg der letzte Mai.
Grandios aufwendige 0,33er-Bügelverschlußflasche, auf der
sogar Gravuren zu finden sind: BARRE BRÄU in edlen Schriftzeichen.
Lassen wir es also ploppen. - - Schaumbildung gar nicht mal übel.
Äußerlich auf jeden
Fall noch voll tauglich. Der Geruch ist harzig und etwas scharf. Die
Farbe kräftig Mittelgelb. - - Puh. Sehr süß. Fast klebrig
der Antrank. Eine Mischung aus likörartigem Malz und harzigem Hopfen.
Auch Waldhonig kommt in den Sinn. Sehr kräftig und sehr urig. Das
packt richtig zu. Tief und vollmundig. Dazu fast schon dickflüssig.
Das Wasser ist über jeden Verdacht erhaben, wirkt samtig und weich,
die Kohlensäure steht dem nicht hinterher. Der Antrank ist voll
und rein, der Mittelteil biegt in eine etwas holzig-nussig-harzige Richtung,
mit viel Schwung, der Abgang ist harzig-bitter, lang anhaftend. Kernige
Sache. Auch wenn dieser Bock sehr dickflüssig erscheint ohne wirklich
süß zu sein. Die Süffigkeit ist nicht unschlagbar, kann
sich aber sehen lassen. Insgesamt aber bietet dieses Bier in keiner
Phase wirklich überdurchschnittliches, so dass man sich bei einer
4,5 einigen kann. Vielleicht wären die Aromen zügiger, intensiver,
der Geschmack fesselnder, wäre das Bier nur frischer. Aber was
beschwere ich mich. Maibock im Dezember? Da ist natürlich eine
gewisse Gemütlichkeit des Bocks mit einzurechnen. Vom Fass, frisch
eingebraut, würde ich mir diesen Trunk gerne nochmals über
die Lippen gleiten lassen mit der Hoffnung, dass dann der Eindruck nochmals
gesteigert werden könnte. Andererseits. Denke ich an das soeben
verköstigte Zische Kellerbier Hell, so kann man eindeutig sagen,
dass dieses Bier Welten besser ist. Da hat man sofort das gute Gefühl,
die Braumeister wissen, um was es geht. Es strahlt weitaus mehr Wärme
und Wohligkeit aus. Eine gewisse Routine bzw. –besser- Erfahrung
spürt man sogleich. Sehr würzig, allenfalls etwas unsortiert.
Fazit: Weit weg ist der Mai
Wertung: + + + + - (t
01/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Malz, Zucker, Hopfen, Hopfenextrakt,
Hefe
Im Internet unter: www.barre.de
PS: Vielen Dank an Gudrun S. von der Barre-Bräu
für die Hilfe bei der Organisation des Barre-Bekenner-Paketes.