Bayerisch Zunftherrn Export (5,0 %) 0,5-Liter-Flasche seit ? aus ? in Bayern:

Qualitätsbier aus Bayern mit den besten Rohstoffen aus der Region. Nun. Mehr ist über die Herkunft nicht zu erfahren. Aufgetaucht ist dieses Export in einem Getränkemarkt in Lindenberg im Allgäu. - - der Schaum macht schon mal eine ganz gute Figur. Mit etwas Mühe gelingt es, eine richtig gute Haube hinzuzaubern. Farblich klar und hell, gemütlich-kontrastreich. Anspringender, ziemlich übertriebener, aufdringlicher Geruch. Was ist das denn? Staubig-fruchtig. Mandel-Marille. Spelzig-Gerstiger-Citrus-Unterton. Völlig ungewöhnlich, schräg und unruhig. Und trotz der Intensität extrem schwer zu beschreiben. Solch ein Geruch ist mir sicher noch nie untergekommen. Birnenartiges gemischt mit Mandarinen. Kann das denn sein? Oder drehen sich mir die Sinne jetzt komplett rum? Total schräg, ungewöhnlich, durchaus angenehm aber auch fremd.
Nussig. Viel Mandel. Mandellikörartig-fruchtiges. Was passiert hier? Sehr ungewöhnlich. Leider zu aufgesetzt, zu intensiv, zu unnatürlich. Wenn auch die Grundzüge natürliche Linien, Wege aufweisen. Dennoch zu anstrengend, um ruhig umgesetzt zu werden. Dieses Export schmeckt künstlich, ungewöhnlich, aufdringlich und fesselnd zugleich. Blumiges taucht auf. Ferner möchte ich die Geruchseindrücke nicht noch einmal wiederholen. Sie finden sich allesamt auch im Aroma. Wasser und Kohlensäure sind fein. Jedoch das Aroma … das ist so schräg und ungewöhnlich, anspruchsvoll und anders … wer soll das denn trinken? Entweder ist denen etwas in den Braukessel gefallen, das dort überhaupt nichts zu suchen hat, oder wir haben es hier mit einem (Neben)Produkt einer grandiosen Brauerei zu tun, die diesen Sud aber versiebt hat. Geschmacklich verblüffend umfangreich und tief greifend. So anspruchsvoll, dass einem kaum Zeit zum Luft holen bleibt. Somit eigentlich auch geringer Süffigkeitsfaktor. Wie soll man das beschreiben? Was ist das für ein Bier? Woher kommt dieser ultraschräge Geschmack? Bei diesen NO-Name-Bieren ist es immer gefährlich, eine Wertung abzugeben, weil oft richtig gute, oft richtig schlechte Braustätten dahinter stecken und man sich leicht vertun kann. Aber hier ist klar: aus einer Klitsche kann das nicht stammen. Dennoch schmeckt es nicht so, wie es schmecken sollte. Als wäre irgendetwas schief gelaufen, aussortiert worden und an eine Supermarktkette weitergeleitet worden. Keine Ahnung. Aber dieses Gebräu ist für ein Billig-Supermarkt-Bier äußerst wild und interessant. Zumal auch Waldbodenartiges und Pilzaromen vorkommen. Eigentliche genial. Dann wieder fast abartig anders. Verückt.

Fazit: Wild und interessant
Wertung: + + + + - [t 05/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Bayerisch Zunftherrn Export (5,0 %) seit ? aus ? in Bayern:


Unbekanntes Bier aus Bayern erstanden im Zillertal. Der Schaum macht sicht gut. Ordentliches Volumen. Prima Stand. Die Poren fein bis mittel. Helles, klares Gold. Malziger Geruch, nicht ganz unkantig, die Reife liegt nicht bei 100%. Dennoch strahlt der Duft etwas Malzpotentes aus. Dass hier eine gewisse Härte im Spiel ist, lässt sich nicht verleugnen.
Süßer Antrank mit einigermaßen klaren malzwürzigen Spuren. Recht zuckrig zu Beginn. Später etwas hopfenwürziger. Sicher nicht ganz rein und frei. Etwas künstlich in Ansätzen. Aber Wasser und Kohlensäure machen keine schlechte Figur. Der Hopfen ist vielleicht der schwächste Mannschaftsteil, denn er hat ein nicht besonders großes Spektrum und verliert sich in einer etwas starren Holzigkeit. Dominant das Malz, das sehr süß, vor allem in den ersten beiden Dritteln, auftrumpft, ohne dabei Standards setzen zu können. Eine etwas nachhängende Zitrussüße ist auffällig. Glücklicherweise gibt der Hopfen trotz allem ein Kontergewicht und fördert die Bitternote. Die Malzwürze weist ebenfalls trockenere, herbere Töne auf. Da vor allem das Wasser sehr angenehm ist und die Zutaten in der Summe über relativ wenige Störfaktoren verfügen, ist die Süffigkeit gut. Die Vollmundigkeit ist hoch. Die Süße drückt etwas schwer auf das Aroma. Vor allem der Antrank ist geprägt durch eine etwa zähe Schwere. Das verflüchtigt sich in Richtung Finish zunehmend. Auf jeden Fall ist das ein eindeutig malzbetontes Bier. Süße Impressionen dominieren, und werden versucht durch sporadisch hopfige und bittere Einflüsse im Zaum zu halten. Das klappt mehr oder weniger gut. Übrig bleibt ein süßes, malziges Bier von guter Süffigkeit und ordentlicher Vollmundigkeit mit kaum wirklich nennenswerten Aromapunkten. Kein Geschmack, der vom Hocker reißt. Aber ein Bier, das als günstig und gut bezeichnet werden kann. Nichts für die Expressionisten unter den Biertrinkern. Für alle anderen aber ein gut trinkbares Gebräu ohne allzu hohe Ansprüche. In Relation zur Kaufsituation aber ein Gewinn. Und für Touristen sicher eine witzige Sache. Und im Alpenglühen der Hohen Tauern kommt sogar richtig Stimmung auf.
Mit am ansprechendsten ist noch der auf dem Label etwas ungelenkt gezeichnete Bayerische Marktplatz. Ansonsten für diejenigen gut geeignet, die süße und malzbetonte Biere ohne grenzenlos hohen Anspruch mögen. So wie ich heute.

Fazit: Bavarian Beer in Austria
Wertung: + + + -* [08/08]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen