Beck Bräu Lisberger Bock (7,0 %) seit 1895 aus Trabelsdorf
in Bayern:
Für einen Bock bietet dieses Bier einen vorzüglichen Schaum.
Feine, straffe, cremige Poren. Toller Stand. Enormes Volumen. Sahnige
Konsistenz. Ein Schimmer Bernstein glimmt im hellen Braunorange geheimnisvoll
auf. Der Geruch ist stramm, kernig, malzwürzig. Ein Hauch Likör,
etwas Grappähnliches, Holziges finden sich. Das Malz ist dynamisch
und kraftvoll. Harzige Elemente sind zu erkennen, die vorzüglich
mit dem herzhaften Hopfen harmonieren. Dabei hat man nie das Gefühl,
es mit einem Bock zu tun zu haben. Dazu ist das Gesamtbild viel zu ausgewogen
und distinguiert.
Hervorragend. Grandioser Antrank voller Milde, Bekömmlichkeit und
feiner Würze. Unheimlich sanft und harmonisch tut sich die Würze
auf. Harzige Impressionen treffen auf trockene, holzige Nuancen, die
mit feinen ätherischen Eindrücken garniert sind. Tannennadeln
finden sich, die frisch, grün und gesund sanfte Öle abgeben.
Dazu findet sich noch eine kraftvoll gerstige, reife Note, die dem Malz
entstammt und leicht heuartig wirkt. Gedörrte Datteln geben auch
einen Teil zum Geschmack hinzu. Auch eine Spur Vanille ist im Spiel.
Verblüffend über allem ist aber diese unheimliche Milde, dieses
grandios sanfte Auftreten, diese Harmonie und Geschmeidigkeit. Das Wasser
wirkt hier außergewöhnlich weich und samtig. Die Kohlensäure
gefällt durch eine enorm seidige und samtige Konsistenz. Jeder
Schluck ist eingebettet in ein sanftes, mildes, weiches Lager. Faszinierend
auch die Süffigkeit, die für einen Bock unglaublich hoch ist
und jeden Schluck in vehementer Rasanz nach unten bringt. Geschmacklich
fällt noch etwas Gemüseartiges auf, das an frische Bohnen,
etwas Lauch und Karotten erinnert. Das ist aber ganz weit hinten aufgebaut.
Weit aus dominanter ist dieser herrliche Malzstrom, diese Gerste, die
knackig und herzhaft im Mittelpunkt steht. Leicht fruchtig, Apfelaromen
sind erkennbar, ein brauhaustypischer Trebereindruck, der sehr urig
wirkt, dazu noch die schon erwähnten reichhaltigen Aromen. Kein
Spaß. Dieser Bock ist bemerkenswert gut.
„Dieses feine, würzige Starkbier wird nach überlieferten
Rezepten nach alter Tradition gebraut, mit edlem Hopfen, bestem Malz
und weichem Brauwasser.“
Ein sehr kompaktes und geschlossenes Geschmacksbild. Nichts schert aus
oder fällt aus dem Rahmen. Hopfen und Malz arbeiten kongenial zusammen.
Hinzu kommt, dass man zu keinem Zeitpunkt den Eindruck hat, einen Bock
vor sich zu haben. Dieses Bier schmeckt unvergleichlich mild und sanft,
jeder Schluck schmeichelt dem Gaumen und hat keinerlei Sperrigkeit,
alkoholische Übertreibung im Geschmack oder Unnahbarkeit. Das ist
einfach klasse, gut, glatt und süffig. Selten so einen gut trinkbaren
Bock bei so vielfältigem Aroma erlebt. Das geht runter wie Öl.
Aufpassen muss man nur, sich nicht zu schnell dem honigsüßen
Genuss hinzugeben. Sehr verführerisch das Ganze. Dabei möchte
ich noch anmerken, das der Hopfen eine leicht grasige Note beisteuert,
die sehr gut zu dem ätherischen Eindruck passt, und das Harzige
mit feinen, leicht herben Honigaromen verfeinert ist. Selten solch ein
kompaktes Aroma von solch immenser Tiefe und Reichhaltigkeit erlebt,
das so ausgewogen und feinfühlig ist bei aller Kraft. Kompliment.
Solch einen Bock muss man erst mal brauen. Das kann nur eines heißen:
HÖCHSTPUNKTZAHL
Fazit: Am liebsten: Lisberger Bock
Wertung: + + + + + + [t
12/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen
Im Internet unter:
www.beck-braeu.de
PS: Vielen Dank an Andreas von der Brauerei Beck für
die Zusendung der Bierproben.
PPS: Andreas Gänstaller
hat im März 2007 die Brauerei Beck gepachtet. Seit dem wurde dort
einiges geändert, vor allem wurde am Brauverfahren schwer gearbeitet.
Bei allen Sorten wurde das Zweimaisch-Verfahren eingeführt, was
sehr viel aufwändiger und teurer ist. Es werden nun andere Aromahopfen
verwendet und die Hopfengaben verändert. Das macht sich eindeutig
bemerkbar. Vor allem der Bock hat eine grandiose Vorstellung geboten
Aber Näheres in den Tests. Übrigens. Das Lisberger Bier ist
seit jeher ein Produkt der Brauerei Beck! Auf der brauereieigenen Seite
www.beck-breau.de ist übrigens
der Bockbieranstich vom 26.10.07 als Clip zu sehen.