Belhaven Scottish Ale (3,9 %) 0,33er Flasche seit 1719 aus Dunbar in
Schottland:
3,9 Touren. Nicht viel. Der Geruch ist nussig, trocken, röstmalzig,
überraschend intensiv, ein wenig Hefe scheint sich zu verstecken,
ein Hauch Schwarzbeeren mit einer dezent-süßen Untermalung.
Vordergründig aber das trockne, nussige. Der Schaum ist der Hammer.
Feinste Poren, sahnige Optik, monumentaler Stand, verblüffendes
Volumen, farblich fein auf das drunter befindliche Haselnussbraun abgestimmt.
Bis hierher kann man nur staunen. Keine Spur von Dünnbier.
Auch der Geschmack kann sich behaupten. Der Antrank ist in seiner Vollmundigkeit
durchaus statthaft. Eine leichte säuerliche Note beschäftigt,
ich würde tippen, sie kommt aus der Hefeecke, das Röstmalz
schließt sich an. Sicher nicht der ruhigste und präziseste
Geradeauslauf. Dennoch macht das Aroma durch eine beachtliche Tiefe
auf sich aufmerksam. Vor allem das Nussige ist sehr präsent. Seidig
und cremig der Geschmackskörper ansonsten. Ab der Mitte gibt sich
dieses Ale sehr sanft und bekömmlich. Das liegt sicher auch am
sehr weichen Wasser und der weichen Kohlensäure. Ein Schimmer Lakritz
taucht im letzten Drittel auf. Ein paar Brombeeren ebenfalls. Das (zurückhaltende)
Fruchtige ist eine Mischung aus herben Noten sowie einem schwach zuckrigen
Hang. Der Hopfen akzentuiert sich mit feinen holzigen Strängen.
Die Vollmundigkeit ist verblüffend. Man könnte beinahe vermuten,
die Schotten täten es den Tschechen gleich und mischen etwas Zucker
mit ein, um die Geschmacksentfaltung zu befeuern. Ein sehr schmackhaftes
Bier vor allem unter dem Aspekt: 3,9 Umdrehungen. Durchaus edle Aromen
machen sich breit, vor allem das Nussige, Röstige … wirklich
gut, fast elegant. Einzig das Säuerliche ist nicht perfekt. Absolut
an nichts gespart. Die Schotten haben in dieses Bier richtig viel Geschmack
gesteckt. Kompliment.
Fazit: Aromainvestition
Wertung: + + + + - [t
08/09]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
k.A.
Inhaltsstoffe: k.A.
Im Internet unter:
www.belhaven.co.uk