Bergmann Spezial II (5,0 %) 0,33er-Flasche gebraut und abgefüllt
im Wittgensteiner Land für Bergmann Brauerei GmbH in Dortmund in
NRW:
Eines der immer wieder auftauchenden Biere, die scheinbar ein altes
Thema aufgreifen bzw. historische Gegebenheiten wieder aufleben lassen.
Der Schaum ist hier schon mal 1a. Vorzüglich in der Porenbeschaffenheit.
Fabelhaftes Volumen. Fantastischer Stand. Das Kastanienbraun ist klar.
Der Geruch ist angenehm, geht in eine trockene Röstmalznote, die
mit einem teilsüßen Hauch Kakao verfeinert. Nicht sonderlich
intensiv, nicht aufdringlich, ausgewogen dafür, gutmütig.
Holla. Was ist das denn? Läuft hier was schief?! Sehr ungewöhnlicher
Geschmack. Dem die Ruhe und Gediegenheit des Geruchs völlig fehlt.
Aber der Reihe nach … Das Aroma ist auf jeden Fall sehr intensiv,
überschlägt sich fast vor lauter Faktoren. Gut zusammenpassen
tut das aber nur in Ansätzen. Vielmehr wirkt dieses Gebräu
sehr unruhig, fast übertrieben, etwas desorientiert. Gemüseartige
Aromen treffen auf zuckersüße Fronten. Dazwischen hängt
ein säuer-bitterer Ton, der einen schwachen Schwefelanteil zu haben
scheint. Im letzten Drittel kommt das Röstmalz etwas besser zur
Geltung. Eine sich im Duft schon im Duft angedeutete Kakao-Mokka-Haftigkeit
ist dort anzutreffen. Das macht sich ganz gut. Zuvor jedoch ist die
Hölle los. Der Geschmack überdreht. Wirkt aufgesetzt. Übertrieben.
Hinzu kommt ein saurer Ton, der an feuchten Treber, an nicht ganz frische
Gerste erinnert. Im Zusammenhang mit einer recht süßen Note
entwickelt sich ein sehr drückender Eindruck. Diesem Dunklen fehlt
Leichtigkeit, Eleganz, Harmonie, Bekömmlichkeit, Reife. Die Sache
wirkt zusammengewürfelt, nicht wie aus einem Guss. Eine drei kann
man eben noch geben. Trinkgenuss sieht dennoch anders aus.
Fazit: Harte Arbeit, ehrlicher Lohn
Wertung: + + + [t 02/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt