Bergquell Lausitzer Mühlen Pils (4,7 %) seit ? aus Löbau in Sachsen:
Bügelverschlussflasche. Schon mal ein Pluspunkt. Das Etikett ist mit der Mühle in der Mitte vielleicht nicht unbedingt biertypisch. Erinnert eher an holländische Landschaften - - Sattes PLOPP. Hinein damit.
Eher dezenter Duft. Dafür ein toller Schaum. Recht dunkle Farbe.
Wasser und Kohlensäure machen eine gute Figur. Der Antrank wirkt leicht leblos, bemüht sich zwar, einen guten Eindruck zu machen, hat aber mit der Umsetzung leichte Probleme. Der Mittelteil gewinnt dann an Fahrt, ohne aber restlos zu überzeugen. Der Abgang ist dann relativ vollmundig. Endlich. Aber nichts, was einen wirklich vom Hocker reißt. Vor allem der Hopfen macht keine gute Figur. Außer einer eher belegt wirkenden und sehr trockenen Note vernimmt man nicht viel. Da fehlt es etwas an Durchsetzungsvermögen, Phantasie und Selbstbewusstsein. Zwar wirkt das Bier vordergründig ordentlich durchorganisiert und süffig. Auf den zweiten Blick entdeckt man aber bald, dass es diesem Pils an Tiefe und Ausdruck mangelt. Kein wirkliches Highlight. Ein Pils, wie es in Deutschland nicht selten zu finden ist und somit in der Masse der Biere untergeht ohne in der Lage zu sein, Duftmarken zu setzen. Nichts, das sich hervortut oder begeistert. Eher Durchschnitt in Reinkultur. Gut trinkbar aber kein wahrer Genuss. Gute Arbeit, die jedoch von vielen anderen Braustätten auch geleistet wird.
„Den Müllern aus dem Äberland war neben Mehl auch Bier bekannt ... lieferten Sie doch den Brauereien die Braugerste. Dafür mussten sich in der windmühlengeprägten Oberlausitz kräftig die Flügel drehen. Um 1850 zählte man im Neugersdorfer Oberland noch 25 Bockwindmühlen. Das Lausitzer Mühlen-Pils erinnert an ein vergangenes, durch Vereinsarbeit bewahrtes Kapitel Geschichte.“
Fazit: Nicht aus allem Korn wird Mehl (Müllerspruch)
Wertung: + + + (t 03/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: Ja
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen