Bergquell Kirsch Porter (4,2 %) seit ? aus Löbau in Sachsen:
Das fruchtige Schwarze steht groß auf der Etikette. Wenn ich mir
die Zutatenliste anschaue, werde ich stutzig. Da ist doch extrem viel
drin. Der Wchaum ist mittelporig und ordentlich in Schuss, würde
aber keine Rekorde brechen. Dunkelbraun mit Hang zum Schwarzen ist es.
Der Geruch hat etwas modriges und auf jeden Fall Kirsche im Programm.
Leicht trockenes Malz kommt auch noch zur Geltung.
Hier wirkt die Kirsche sehr intensiv und dominant. Gleichzeitig aber
auch sehr limonadenhaft und sirupbehaftet. Man könnte auch sagen:
künstlich. Vor allem dieses Auf und Ab, das das Kirscharoma bietet,
ist etwas verdächtig und auf keinen Fall ausgewogen und harmonisch.
Der Beginn wirkt etwas verschlafen, dann wird plötzlich der Kirschturbo
eingeschaltet und eine viel zu starke Note der tiefroten Frucht drängt
sich auf. Der Abgang wirkt das sanfter und zurückhaltender. Dennoch
hat das Aroma viel zu süß und fruchtig, dabei haftet ihm
eine gewisse Unnatürlichkeit an. Zugestehen muss man diesem Bier,
dass diese intensive Süße natürlich gut schmeckt und
die fehlenden Bitterstoffe dem Gaumen keine zu hopfigen Nuancen aufzwingt.
Somit kann man diesem Bier eine gute Süffigkeit attestieren. Jedoch.
Ist Kirschlimonde nicht auf fruchtig und süffig? In diesem Licht
sieht man das Bier dann plötzlich anders. Mit BIER hat dieser Trank
eigentlich nur sehr wenig zu tun, denn vom Bier kriegt man eigentlich
nichts mit. Pappig. Klebrig. Viel zu süß. Nur im Abgang,
wenn die Kirsche an Kraft verliert, kommt ein Hauch Hopfen und somit
ein Biergefühl auf. Ansonsten überzieht dieses Kirschfruchtige
gnadenlos die Geschmackspapillen. Da gibt es weitaus gelungenere Versuche,
traditionelle bzw. früher absolut gebräuchliche Zutaten mit
Bier in Verbindung zu bringen. Man sieht es natürlich sehr gerne,
wenn die Brauszene solche Wege geht. Hier aber, bei allem Respekt, hat
man wirklich das Gefühl Sirup oder Limo zu trinken, und nicht Bier.
Der Mundraum klebt nur so.
Vielleicht würden Frauen ein anderes Urteil fällen. Mir ist
das zu entfernt. Eine 3 kann man aber mit viel Wohlwollen aufgrund der
insgesamt sehr aromatischen Vorstellung geben. Da muss man aber schon
beide Augen zudrücken, denn, man darf nicht vergessen, wir testen
eigentlich BIER!
Fazit: Das fruchtige Schwarze
Wertung: + + + [t 02/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: NEIN
Inhaltsstoffe: 90 % Porter (Brauwasser, Gerstenmalz,
Zucker Hopfen) – 10 % Getränkesirup mit Kirschgeschmack (Zucker,
Wasser, Säuerungsmittel Zitronensäure, Säureregulator
Trinatriumcitrat, Aroma, Antioxidationsmittel Ascorbinsäure.)