Biberacher Ur-Dunkel (4,8 %) Landbrauerei Schmid seit ? aus
Biberach in Bayern:
Dieses Biberach hat nichts zu tun mit der Landkreisstadt in Baden-Württemberg.
Dieses Biberach liegt zum einen in Bayern, zum anderen ist es ein winziges,
verschlafenes kleines Örtchen. Die Brauerei selbst ist an Urigkeit
kaum zu überbieten. Kauzige Männer mustern den Besucher mit
einer Mischung aus Neugier und Verwunderung. Dass man als Fremder aber
willkommen ist, beweist die Tatsache, dass der Brauereibesitzer mit
die Sorten geschenkt hat. Herzlichen Dank nochmals dafür.
Massiver, kompakter, filigraner Schaum. Feine Poren. Cremige Optik.
Toller Stand. Hohes Volumen. Mehr als gelungen. Milder, harmonischer,
sanfter Malzgeruch. Leicht röstig. Ein leichter Hauch Kellerbier.
Dezent aber ausdrucksstark. Das Mittelbraun ist klar und schmuck.
Sehr weicher und milder Antrank. Ein sehr harmonisches und sanftes Aroma.
Mjam. Sehr ausgewogen, stressfrei und angenehm. Das Wasser ist äußerst
weich und samtig. Die Kohlensäure ist sehr dezent eingestellt und
gibt dem Ganzen eine sehr zurückhaltende und wohlige Rezenz. Das
Aroma hat trockene, leicht erdige und vor allem angeröstete Einflüsse.
Wobei die Trockenheit nie überhand nimmt oder gar ungemütlich
wirkt. Nein. Eine leichte Öligkeit erhöht die Sanftheit. Sehr
gelungen. Das Malz ist hochwertig, natürlich und sehr ausgereift.
Man hat bei jedem Schluck das gute Gefühl, etwas Handgemachtes
und Reines zu trinken. Sicher ist der Geschmack nicht sonderlich facettenreich
oder exotisch. Dafür ist sein Klarheit und Eindeutigkeit so gelungen,
dass man ein mehr an Aroma zu keinem Zeitpunkt vermisst. Im Gegenteil.
on Anfang an fühlt man sich diesem Dunklen verbunden und lässt
sich gerne darauf ein. Der Genuss ist hoch. Der Körper schlank
und elegant. Der Ausdruck Edel. Das Malz hat die Sache im Griff. Der
Hopfen untermalt gekonnt. Ganz klares Highlight: diese unheimlich samtige
und weiche Ausführung. Jeder Schluck ist ein Labsal. Nicht zu vergessen:
eine entfernte Spur Honig und Vanille sowie eine dezente Treberartigkeit,
die im Finish trocken ausläuft. Das sind aber nur Randerscheinungen.
Ganz vorne ist das cremige Malz. Und das überaus reine, klare,
weiche Wasser. Kein großes Aromaspektakel. Dafür Ausgewogenheit,
Ausgeglichenheit, Ausgereiftheit. Sehr bodenständig. Voller Rückhalt.
Erhaben. Sehr dezent. Einzig der Abgang, das letzte Drittel; hier könnte
man sich noch etwas mehr Schub vorstellen. Ansonsten ein wirklich außerordentlich
gelungenes, ruhiges, kumpelhaftes Bier. In sich ruhend, zurückgelehnt,
völlig entspannt, ultrasüffig. Das macht Spaß. Und steckt
an.
Fazit: Ansteckend
Wertung: + + + + + - [t
11/08]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszug