Binding Römer Pils der Bierbrauer in Frankfurt am Main (4,9%): Ein Klassiker unter den weltbesten Bieren seit 1870. Herbfrisch De Luxe. Große Worte. Und die Hessen lieben es. Sind stolz drauf. In Bayern ist sein Ruf nicht so überragend. Obwohl sicher noch jedem die Werbung haften geblieben ist, die vor vielen Jahren über den Bildschirm flimmerte: Ein paar leicht lächerlich wirkende Reiter in römischer Kluft. Glänzend und prachtvoll reiten sie mit donnernden Hufen über das staubige Schlachtfeld mit dem Banner vorneweg. Am Ziel wartet ein frisches Faß Binding Römer Pils. Es wird geschickt angestochen und die Jungs gießen sich das kühle Naß in die durstige Kehle. Eigentlich ganz cool. Kannten die Römer eigentlich schon Bier? Met vielleicht. Aber sicher kein Pils. Jedenfalls hat es sich eingeprägt. Gut. Nun zu den Fakten. Der Saft schmeckt in der Tat nicht übel. Sehr fein im Aroma und abgerundet der Geschmack. Das muß man den Kollegen lassen. Selbst wenn es relativ warm ist, erfrischt es durch seine Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Der einzige gravierende Nachteil ist, dass es ein wenig wässrig daher kommt. Nein, nicht wässrig. Zu ausgeglichen. Es sticht beim Schmecken nichts wirklich hervor. Es paßt alles sehr gut zusammen. Aber ein paar Ecken und Kanten hätten dem Bier mehr Charakter und Ausdruck verliehen. Trotz allem für ein Dosenbier bemerkenswert.
Prädikat: Römischer Rössertrunk aus Frankfurt am Main.
Wertung: + + + + -