Bitburger Premium Pils (4,8 %) seit 1817 aus Bitburg in Rheinland-Pfalz:
So. Damit das ewige Rumgenöle endlich mal ein Ende findet, werden jetzt nach und nach die Massenbiere unter die Lupe genommen. Zugegebenermaßen sind die meisten Tests nicht wirklich ernst zunehmen, weil noch aus der Anfangszeit stammen. Damals wurde meist mehr rumgeulkt bei den Testabenden als ernsthaft verköstig. War zwar superlustig, die Quittung kriegen wir jetzt. Immer öfter beschwert sich jemand, dass irgendein Fernsehbier viel zu gut oder viel zu schlecht oder sonst wie getestet wurde. Drum nun das Ganze noch mal.
Hier ein Dreierdirekttest mit KöPi (2) und Warsteiner (1). Die Voraussetzungen sind absolut identisch. Gleiche Gläser. Gleich sauber. Gleiche Temperatur. Gleicher Einschankwinkel. UND! Die Sache wird blind getestet. Die Gläser unten markiert und von einer neutralen Person dann vertauscht. Die Tests werden auf neutralem Papier gemacht und anschließend dem entsprechenden Bier zugeordnet. So. Und wer dann noch rummeckert, den soll der Bierteufel holen.
Hie ist der Schaum weniger gut ausgeprägt als bei Bier Nr. 1, bewegt sich auf ähnlichem Niveau wie 2. Bei diesem Pils wirkt der Geruch am mildesten und harmonischsten. Der klassische Hopfen kommt hier nicht ganz so intensiv durch, vielmehr hat dieses hier recht viel Malz im Programm. Bei allen dreien muss man klar sagen, dass die Intensität und der Ausdruck des Geruchs relativ unspektakulär sind. 1 hat den höchsten Hopfenanteil. 2 wirkt am lauesten und etwas belastet. 3 ist am schwungvollsten und facettenreichsten. Die Farbe ist bei 1 und 2 recht hell. 3 hat den dunkelsten Schimmer. Trotzdem kann man alle drei in einen Sack stopfen. Die nehmen sich da nicht viel.
Wie im Duft so auch im Antrank etwas mehr Malz. Weicher im Wasser als 1. Die Anmutung ist angenehmer. Der Hopfen wirkt etwas frischer und natürlicher. Der Hopfen hat den größten Ausdruck, ohne dabei wirklich zu glänzen. Sind die ersten beiden Biere mehr oder weniger identisch in Geschmack, Wasser, Kohlensäure, Anspruch und Aroma, so erkennt man hier wenigstens eine Spur Phantasie. Der Hopfen hat mehr Gestaltungsspielraum, das Malz hat klar den größten Einsatz. Sogar eine leichte Blumigkeit ist zu erkennen. Ein wenig mehr Wärme als bei 1 und 2. Dennoch ist auch dieses Pils keines, das man als Vorzeigebier titulieren könnte. Die Kritiker haben eindeutig recht. Die Biere, die wir während jeder Sportschau, in jeder Halbzeitpause und auch sonst ständig im Fernsehen angepriesen bekommen, können sich nicht ansatzweise mit wirklich guten Bieren messen. Isso. Sorry. Aber verglichen mit natürlichen, familiären, HANDGEMACHTEN Bieren ist das hier nur zweite Klasse. - - Um ehrlich zu sein. Keines dieser Biere schmeckt mir. Ist wirklich enttäuschend, und ich bin tierisch gespannt, welches Bier in welchem Glas steckt, obwohl’s egal ist, weil alle gleich schmecken, dennoch möchte ich sie gleich beim Namen beschimpfen. Echt bitter. Vor allem, wenn man die Möglichkeit hat, diese Bier mit einem WIRKLICH guten Pils zu vergleichen. Keine Chance. Vor allem, wenn man die Möglichkeit hat, diese Bier mit einem WIRKLICH guten Pils zu vergleichen. Keine Chance.
Fazit: Wiederholungsmassentest
Wertung: + + + - [t 05/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Im Internet unter: www.bitburger.de
GESAMTFAZIT: Nach diesem konzentriert durchgeführten Massentest (Warsteiner, Bitburger, Jever, Hasseröder, Eders, König Pilsener, Veltins, Wernesgrüner) von Massenbieren kann nun eindeutig festgestellt werden, dass die ursprünglichen und teilweise allerersten Bewertung dieser Pilsbiere eine eindeutig zu hohe Wertung zugrunde gelegt wurde, weil Erfahrung fehlte. Heute kann man sagen, diese Sorten sind zwar mehr oder weniger keimfrei, aber in Sachen Impulsivität, Abwechslung, Spannung und Farbenfreude kommen sie an wirklich gute nicht heran. Eine Ausnahme bildet das Jever. Hier hat man am ehesten das Gefühl ein Bier mit Charakter vor sich zu haben. Drum auch die (etwas wackelige) 5. Ansonsten wirken die Biere platt, vorhersehbar, eingezwängt, wenig phantasievoll, glatt geschmirgelt. Dennoch kann man sie trinken und vielleicht sind sie ja genau deshalb so beliebt geworden: man muss sich nicht viel Gedanken machen und schon gar nicht anstrengen beim Trinken. Man kann sie einfach rein laufen lassen. Mehr oder weniger gut.

Bitburger Pils aus Bitburg in Rheinland-Pfalz: Standardgutesmegabier. Vom Faß der Knüppler. Auch aus der Flasche und der Dose prima. Der Schaum 'n Traum. Das Gold dir hold. Süffig, perlend angenehm. Würziges Aroma. Besiegt jeden Widerstand im Rachen. Mehr gibt's nicht zu sagen.
Fazit: Bitte ein Bit
Wertung: + + + + +