Bohemia aus Monterrey, Mexico:
Juchhu, ich kann Euch gar nicht sagen wie ich mich auf das „Bohemia“ freue!! Seit 4 Tagen steht es schon im Kuehlschrank und ich habs noch nicht angefasst. Jetzt ist es endlich so weit. Juuuuhuuuu!! „Bohemia“ ist das englische Wort fuer Boehmen!!!!!!! Und was kommt aus Boehmen??? Ja genau, die besten Biere dieser Welt. Ok, das Bohemia hat nur den Namen, es ist ein mexikanisches Bier. Aber auch mit mexikanischen Bieren hab ich schon viele gute Erfahrungen gemacht. Und vor allen Dingen mit Mexikanern beim Biertrinken. Ich wohne jetzt seit knapp einem Jahr in Texas und die letzten Leute in den Bars sind in der Tat meistens entweder Mexikaner oder Deutsche. Die Jungs von hinter dem Rio Grande verstehen was von Bier und von Bier trinken. Wenn dann auch noch irgendwas von boehmischer Tradition hintendran steht, dann kann das nur gut sein. Aber nicht zu viel der Vorschusslorbeeren. Jetzt wirds aber echt Zeit, mal rein mit dem Ding. Das Bohemia ist ein helles Bier, die Schaumentwicklung ist eher duerftig, der Geruch schon etwas eigenartig. Aaaaach Du liiiieeeebe Scheisse, was ist denn dass??? Das darf ja wohl nicht wahr sein. Das geht ja gar nicht. Was haben denn die fuer nen Hopfen verwendet? Der sticht ja dermassen was von heraus, aber nicht auf ne gute Art und Weise. Der Hopfen ist absolut ueberbetont, und es ist nichtmal ein guter Hopfen. Von Ausgewogenheit der Zutaten keine Spur. Ich will dem Braumeister persoenlich kein Uebel, aber irgendwas hat der in der Lehre nicht richtig verstanden. Und vor allen Dingen, mit Boehmen hat das hier nix zu tun. Ich moechte mich hiermit bei allen Boehmern (heissen Leute aus Boehmen „Boehmer“? ich weiss nicht!) entschuldigen dass ich diese Gebraeu mit Eurer ehrwuerdigen Heimat in Verbindung brachte. Es war nicht boese, aber ich hatte echt Hoffnungen auf dieses Bier gesetzt. Diese wurden in keinster Weise erfuellt.
Fazit: Gaaaanz weit weg von Boehmen
Wertung: + (pm 02/05)
Bohemia Brand Beer (4,8 %) seit aus Monterrey in Mexiko:
Schlichte aber gelungene, edle Aufmachung. Muss man sagen. Glitzerndes Gold, jugendstilartiges Braun, tapferer, stolzer Indio. Macht sich gut.
Huj. Recht scharfer, eckiger Geruch. Blumig-parfümartig, aber auch Schnaps bzw. Likör sind zu finden. Der Schaum bäumt sich kurz auf, trimmt sich dann aber recht schnell auf mäßiges Niveau und harrt dort aus. Die Farbe ist klares, helles Gelb.
Sehr intensiver Antrank. Das muss man sagen. Zwar geht der Mittelteil rasch in die Knie und der Abgang enttäuscht, aber der Anfang, der ist präsent. Allerdings geben sich da ein paar nicht bierporentiefreine Aromen die Hand. Auf jeden Fall mal dieses holunderbonbonartige, borstige, malzgetönte Ding. Bäumt sich rasend schnell auf und faucht einen mit großem Maul an. Allerdings ist es eher ein Papiertiger. Man kann sich nicht so recht damit anfreunden. Beerenartig. Holunder oder Stachelbeere. Dazu ein Likörtouch, der schwer zu beschreiben ist. Auf jeden Fall nicht einnehmend. Es gibt vielleicht Englische oder Belgische Biere, die einen ähnlichen Weg einschlagen, jedoch sollte man dieses nicht unbedingt mit denen vergleichen. Und den Bezug zu Bohemia, den sucht man vergebens. Komische Sache. Vor allem scheint dieses Bier Sodbrennen hervorzurufen. Und das ist nie gut. Zwar ist das Wasser dieses Gebräus außerordentlich weich. Das muss man sagen. Und die Kohlensäure ist fein abgestimmt. Aber mit dem Geschmack hat man schon sein Problem. Sperrig, pappig-süß-bitter, weder harmonisch noch besonders abgerundet und biertypisch. OK. Das Aroma ist wenigstens vorhanden und versucht Eindruck zu machen. Viele Biere aus nicht gerade klassischen Bierländern verschanzen sich da lieber hinter Belanglosem und Nichtssagendem. Wirken nur wässrig und leer. Da ist das Bohemia aus Monterrey anders, zumindest der Anfang birgt einiges Potential. Jedoch drängt sich bald die Frage auf: „Nicht doch lieber wässriges Bier?“ Denn dieser süße, holunderbeerenartige, sperrige und nicht gerade glatte Geschmack verlangt schon einiges an Stehvermögen ab. Wirklich nicht einfach zu beschreiben. Es gibt ja Biere aus Belgien und England, die gehen auch in diese Richtung, wirken jedoch ganz anders. Das Bohemia kann diesen Standard nicht halten. Zwar muss man ihm seine aromatechnischen Anstrengungen auf jeden Fall hoch anrechnen. Aber der Vergleich zu guten mitteleuropäischen Gebräuen hinkt doch ziemlich. Es erinnert zu sehr an Parfüm. Es belegt die Zunge samt Mundraum und hat etwas künstliches an sich. Sorry Jungs aus Monterrey. Hiermit ist euch kein großer Wurf gelungen. So edel das Bier von außen wirkt. Das, worum es geht, stößt bald an seine Grenzen. Also. Wer mal nach Monterrey kommt und Mut hat, der soll ruhig mal eines trinken. Ich bin mir sicher, nach einer Flasche steigt er um. - - Mit viel gutem Willen gerade noch eine 2.
Fazit: Kein großer Wurf
Wertung: + + (t 04/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Keine Angabe
Inhaltsstoffe: Keine Angabe