Borbecker Helles Dampfbier (4,8 %) 0,5er-Flasche Stern-Brauerei seit 1896 aus Essen in Nordrhein-Westfalen:


Auf dem Label ein Bild, das von alten, glanzvollen Zeiten zeugt, als die Brauereien noch ganze Stadtviertel in Anspruch nahmen und dem Volke ständig frischen Gerstensaft produzierte. Der Schaum macht einen guten Eindruck. Gediegen, feine Poren, beachtlicher Stand bei respektablem Volumen. Ausgebufft. Drunter ein klares Gelb, das in seiner Schattierung golden wirkt. Der Geruch ist etwas kurz. Hopfen fällt auf. Trocken. Herb. Bitter. Etwas Holzkohle scheint durchzuschimmern. Das Malz wirkt angenehm spelzig. Dennoch drückt der Geruch keinen Stempel auf.
Bitter der Antrank. Bitter-frisch. Mit einer beachtlichen grasigen Hopfennote. Nussige Impressionen tauchen auf. Auch etwas Toffee, Karamell. Trocken-herb der Grundcharakter. Grasige Zwischennoten bei spelziger Gerste, die strohig auftritt. Das Wasser ist fein. Die Kohlensäure schön rezent. Der Süffigkeitsgrad sehr hoch. Das Aroma verbindet Anspruch mit hervorragender Trinkbarkeit. Der Geschmack ist kernig, würzig. Aber auch geschlossen und bekömmlich. Die aufkommende Süße stammt zum einen aus dem gelungenen Hopfen, wirkt leicht ölig und parfümartig. Aber auch das Malz steuert „Zucker“ hinzu, eine achtbare Malzsüße rundet den Geschmack gut ab. Kein Bier von der Stange. Man auf jeden Fall den Eindruck, dass hier über den Tellerrand hinaus geschaut wurde. Das Aroma ist anregend und anspruchsvoll. Keinesfalls langweilig oder vorhersehbar. Gelungen. Dazu ist es natürlich, wirkt ehrlich und naturbelassen. Sicher irritiert Essen ein wenig. Aber das ist ein Klischee. Das Dampfbier ist richtig gut. Und beschränkt sich nicht nur auf die Arbeiterklasse, der es absolut perfekt wird, sondern dehnt den Wirkungsgrad auch auf die Chefetage aus. Bei diesem Bier kommen sich die Parteien näher. Konsumierbar in der Führungsebene genauso wie vom Kumpel, der die wahre Arbeit leistet. Hier kommt keiner ins schlingern. Dieses Bier greift über. Grasig-blumig im Hopfen. Vorzügliche Wasser- und Kohlensäure wie Süffigkeitswerte. Anspruchsvoller Geschmack. Nicht übertrieben. Solidität ist vorhanden. Das Malz angesüßt und kernig. Herbe Würze findet sich immer wieder. Ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Geschmacksbild setzt sich durch. Nur die Spelzigkeit der Gerste passt nicht ganz ins ansonsten sehr kompakte Bild.
„Borbecker Helles Dampfbier. Gebraut nach den überlieferten Rezepturen der ersten Braumeister der Borbecker Dampf-Brauerei, ist diese Bierspezialität aus der Gründerzeit ein Geheimtipp für vielen Bierkenner. Süffig, elegant und sehr bekömmlich. Eine Rarität unter den Bieren.“
Ein wohlschmeckendes Bier mit Anspruch und gleichzeitig mit viel Bodenständigkeit. Das passt. Auf alle Schichten. Ein fast sozialistisches Gebräu. Gleiches recht für alle. Sicher ein Bier mit Tradition. Aufgegriffen. OK. Das ist aber fraglos gelungen.

Fazit: Gleiches Recht für alle
Wertung: + + + + + [t 02/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen


Borbeckers helles Dampfbi
er (4,8% Vol.) seit 1896 Stern-Brauerei Essen

Lecker, süffig, bekömmlich. Eine Bierrarität der Spitzenklasse. Ein geschmacklich sehr gut abgerundetes Bier mit einem weichen Abgang. Freude kommt auf, wenn sich der goldene Saft ins Glas leert. Noch größere, wenn man sich den Saft in den Hals zimmert. Dieses Dampfbier schmeckt ausgezeichnet. Mit Liebe gebraut wurde dieses Bier. Ein Bier, daß man hastig trinkt. Höchster Biergenuß aus Essen. Der Pott kann brauen.

Prädikat: Reindampfen
Wertung: + + + + + (pat)