Borgfelder Landhaus Weizen seit 1998 aus Borgfeld in Bremen: Sehr sauer! Puh. Das ist schon mal ein unauslöschlicher Eindruck. Dazu ein starkes korkiges Sektaroma. Das Bier ist naturtrüb und kupfern. Die Kohlensäure ist OK, der Schaum hervorragend. Die Hefe recht bitter. Das ganze sehr streng im Geschmack. Recht gewöhnungsbedürftig bis elend. Man ist zu Beginn eher geneigt, dieses Weizen einzustampfen. Zumal man nach den ersten Schlücken das Gefühl von Sodbrennen nicht los wird. Dafür ist die Atmosphäre sehr nett. Ein alterwürdiges Gebäude kürzlich umgebaut, auf "alt" getrimmt und mit viel Geschmack eingerichtet. Dazu noch auf der anderen Kesselseite ein Saal, in dem seit 15:00 Uhr buseweise rüstige Rentner das Tanzbein schwingen. "Mittwochs offener Tanz 15:00 bis 20:00 Uhr." Schon witzig. Gut. Das Bier. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase schafft es dieses Weizen plötzlich doch Interesse zu wecken. Es hat was, wenn auch etwas Schräges. Wirklich außergewöhnliches Aroma. Für bayerische Weißbierliebhaber sicher nicht einfach zu trinken. Komisches Ding. Es schmeckt sehr naturbelassen und frisch und erinnert entfernt an so manches Belgische. Vor allem die an Sekt und Korken erinnernde, bittere Hefe schiebt sich in den Vordergrund. Ist der Antrank noch etwas mau, so überzeugt der Abgang doch mit einer gewissen Phantasie und Eigenwilligkeit. Man entdeckt bei näherer Betrachtung eine nicht zu bestreitende Qualität des Gebräus. Wenn es mir auch schwer fällt, das Aroma wider zu geben. Es macht einen starken Eindruck und hat Eigencharakter. Das muß gelobt werden. Wollte ich am Anfang noch eine 2,5 geben, so erhält es doch eine 4. Wenn auch eine knappe.
Fazit: Schwer zu beschreiben.
Wertung: + + + + (t 11/02)
Im Internet unter www.borgfelde-landhaus.de