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| Bräunlinger Löwenbräu Weisser Leo (5,0%)
über 200 Jahre Brautradition aus Bräunlingen in Baden-Württemberg:
Neutraler bis schwach hefiger Duft. Der Schaum ausbaufähig. Die Farbe
bronzeähnlich. Der Antrank ist etwas säuerlich. Die Hefe dominiert.
Das Aroma ist geradlinig, um nicht zu sagen etwas eintönig. Der Mittelteil
reißt das Eisen nicht gerade aus dem Feuer. Glatt und rund im Charakter.
Gut süffig und trinkbar. Jedoch vermißt man etwas Esprit, den
Kick. Das Ganze wirkt nicht unbedingt herausfordernd. Es ist relativ schlank
und somit süffig. OK. Auf der anderen Seite könnte man aber auch
anbringen, es sei etwas dünn. Fakt ist, dass es nicht wirklich vom
Hocker haut sondern eher solides Handwerk ohne viel Innovationen bietet.
Mehr Tiefe hätte ihm gut zu Gesicht gestanden. Man fühlt sich
nicht bewegt oder herausgefordert. Somit kann man dieses Weizen auch nicht
todernst nehmen. Man freundet sich zwar rasch mit dem glatten Äußeren
und der passablen Trinkbarkeit an. Das war’s dann aber schon. Wirklich
beeinflussen kann dieses Weizen. Zuviel Durchschnitt in den einzelnen Wertungen.
Und der Löwe im Etikett ist sicher auch nicht wörtlich bzw. ernst
zu nehmen. Denn Zähne zeigt diese Bier nicht wirklich. Ein Weizen für
den Durst zwischendurch. Ausgewogen, im Nachgeschmack unkompliziert. Nichts,
das stört, sperrt oder kneift. Im Sommer sicher ein willkommener und
gut funktionierender Durstlöscher. Dazu ist das Bier frisch und spritzig
genug ohne aufdringlich zu wirken. Aber ein Gerstensaft, der einen vom Hocker
reißt, ist dieser nicht. Aber wenigstens bleibt die Familienbrauerei
F. Kolb ihrer Tradition und Linie treu und braut wie eh und je ihr Bier.
Das ist sympathisch. Zumal die Braustätte eine dieser ist, von denen
es wirklich mehr geben müsste. Fazit: Gutes Mittelmaß Wertung: + + + + (t 04/03) |