Brauerei Spezial Rauchbier Lagerbier (4,6 %), Christian
Merz, seit 1536 aus Bamberg in Bayern:
Dieser unglaubliche Duft. Hier aber nicht zu sehr in Richtung saftiger
Schinken sondern eher trocken und auch mit kernigem Malz angereichert.
Der Schaum ist cremig, feinporig, standhaft, vorbildlich. Und die Farbe
in ihrem Bernstein eine Augenweide. Dazu dieses altertümlich wirkende
Etikett. Wenig Worte. Keine Prahlerei. Nicht mal ein Hinweis auf dieses
eigentümliche Bier bzw. die Geschichte.
Was für ein Aroma. Was für ein Geschmack. Das hat sich gewaschen.
Der Antrank hat es wirklich in sich. Ein Schwall an Eindrücken stürmt
ein. Vor allem dieses verrückt rauchige. Allerdings spürt man
auch eindeutig malzige Anleihen. Das ist wirklich abenteuerlich. Und wer
diesen Biertyp nicht kennt, der hat sicher mit einiger Überraschung
zu kämpfen, beim ersten Glas. Wer es nicht kennt, kann es sich nicht
vorstellen. Wer es kennen lernt und nicht darauf vorbereitetet ist, wird
es verurteilen, wer es aber lieb gewinnt, den lässt es so einfach
nicht mehr los. Grandioses Aroma. Fantastischer Ausdruck. Einmaliges Erscheinungsbild.
Allerdings muss man klar sagen, dass der Geschmack zum letzten Drittel
her nachlässt und in einem fast schon enttäuschenden Abgang
mündet. Zwar präsentieren sich Wasser und Kohlensäure in
Bestform und geben diesem Lager für ein Rauchbier eine verblüffende
Süffigkeit. Aber der Abgang ist nicht die Krönung. Da fällt
es ein wenig ab.
Trotzdem ein absolutes Biererlebnis. Exotisch bis ins letzte Detail. Eine
absolute Inselerscheinung und riesige Bereicherung er deutschen Braukultur.
Rauchbier. Das muss man irgend wann einmal getrunken haben. Aber bitte
nicht gleich abwinken und verurteilen sondern open minded bleiben und
der Sache Zeit geben. Mit etwas Geduld wird man seinen Bierhorizont mächtig
erweitern und die Arbeit der Brauer
dieser Kategorie zu schätzen wissen.
Fazit: Oberfränkische Randerscheinung
Wertung: + + + + + (t 05/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: Ja
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
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