Brauerei Maisach Räuber-Kneißl Export Dunkel (5,0
%) 0,5er-Bügelverschluss-Flasche Privatbrauerei J. Sedlmayr seit
1556 aus Maisach in Bayern:
Toller Schaum! Mächtige Sache. Sehr feine und feste Poren arbeiten
sich mit Verve nach oben. Dort verharren sie scheinbar endlos, um dem
Auge richtig was zu bieten. Drunter ein dunkles, klares Haselnussbraun,
das im Licht einen herrlich rubinroten Schimmer erzeugt. Ein erdiger,
trockner Röstmalzduft mit einigen süße Spuren, eine
nussige Note und etwas Gemüseartiges runden den anregenden Duft
ab. Eine Spur Holzkohle. Etwas harziger Honig. Eine Schippe feinherber
Aromahopfen, der eine dezente Trockenheit erzeugt. Dazwischen ölig-süße
Einflüsse. Abwechslungsreich und engagiert.
Schlanker Antrank. Überraschend schlank fast. Leider häuft
sich im Finish etwas Metallisches, Bieruntypisches auf, das die Sache
sehr weit nach unten trimmt. Aber dazu gleich mehr … Vorher eröffnet
sich ein sehr eleganter Röstmalzantrank, der feine Apfelaromen
in sich trägt neben sehr feinen Schokoladennoten und Mokkaeinflüssen.
Sehr erdig und trocken. Daneben durchaus auch gut eingefügt Karamellmalzimpressionen.
Distinguiert und ausgereift. Dann aber, ganz plötzlich, kommt ein
völlig anderes Blatt auf den Tisch. Metallisch. Gummiartig. Künstlich,
Käsig, Ultratocken. Wie jammerschade. Ist der Antrank doch so viel
versprechend und edel, dynamisch, schlank, sehr kultiviert. Und dann
dieser Bruch. Schwer zu erklären. Vermutlich ist irgendetwas schief
gelaufen während des Reifeprozesses, der Lagerung, des Transports
… wie auch immer. Das herauszufinden, wird mir heute nicht gelingen.
„Das dunkle Bier aus der Brauerei Maisch nach echtem Schrot
und reifem Korn. Vivat Maisacher. „D’Woch’ fangt scho
guat o…“ … das waren mit seine letzen Worte, bevor
er, der Räuber Mathias Kneißl, am 21. Februar 1902 mit der
Guillotine hingerichtet wurde. Auch heute wird Mathias Kneißl
von der Bevölkerung im Münchner Westen zwischen Dachau und
Maisach als „bayerischer Robin Hood“ verehrt. Die Wilderei,
bedingt durch sein ärmliches Leben, war immer Zielscheibe der Obrigkeit.
Zur Erinnerung an den berühmt berüchtigten Räuber Mathias
Kneißl brauen wir unser Räuber Kneißl Dunkel genau
nach damaliger Rezeptur.“
Schöne Geschichte und Tradition. Ein Bier mit Hintergrund. Und
mit viel Qualitäten im ersten Drittel. Hier tut sich richtig was
auf an Aroma. Dann aber kippt das Ganze und der Geschmack geht in die
falsche Richtung. Schwer zu beurteilen. Hier bleibt eigentlich nur eine
Entscheidung und Hoffung: Nachtest.
Fazit: Nachtest nötig
Wertung: n.m. (t 12/09)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot:
JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Karamellmalz, Röstmalz,
Hopfen
Im Internet unter:
www.raeuber-kneissl.de
PS: Vielen Dank an Klaus J. für das Mitbringen
der Maisacher-Bierspende.