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| Brauhaus Biberland Dunkel seit 2000 aus Groß-Bieberau
in Hessen: Alle Biere des Brauhaus‘ Biberland werden getreu dem Reinheitsgebot von 1516 mit den Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe gebraut. Beim Dunklen überzeugt die schon mal die wirklich kernige und urbraune, dunkle Farbe. Der Schaum ist etwas schwach in Form. Zwar bäumt er sich zu Beginn stramm auf, jedoch sackt er ein wenig zu schnell zusammen und das Volumen könnte ausgeprägter sein. Der Geruch ist SEHR karamelmalzig und süß. Dazu intensiv und ausdrucksstark sowie sehr natürlich und traditionell. Sehr eigen. Sehr aufwühlend. Sehr ungewöhnlich. Ein Bier mit einer sehr trocken-herben und rauchigen Note. Dazu etwas, das man beim besten Willen nicht so einfach klassifizieren kann. Sulfit. Vielleicht auch katzig. Teils säuerlich. Auf jeden Fall in Ansätzen phenolisch und schwefelartig. Aber auch deutlich erkennbare malzige Fronten. Für den Durchschnittsgaumen sicher etwas gewöhnungsbedürftig. Aber für den Kenner ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Dunkles. Da werden Aromen aufgefahren, die sind alles andere als alltäglich. Das Aroma ist vor allem im ersten Drittel sehr kräftig. Ab dem Mittelteil verliert es an Fahrt und klingt in einem eher verhaltenen Abgang aus. So weit so gut. Das Wasser ist an sich recht weich und über die Kohlensäure braucht man sich auch nicht beschweren. Aber der Geschmack ... Der hat es deftig in sich. Da muss man entweder ein absoluter Bierenthusiast, großer Fan der Brauerei oder mit allen geschmacklichen Wassern gewaschen sein, um bei diesem Aroma keine Miene zu verziehen. Mehr als interessant und ungewöhnlich. Kein Zweifel. Aber ob man dieses Bier so einfach wegtrinken kann und somit als Dunkles für die breite Masse einordnen kann, das bezweifle ich. Für Profis ein Aromaexperimentierfeld. Für den Ottonormalverbraucher sicher etwas zu weit weg vom Mainstream. – Schwer beurteilen. Ich bin einerseits hellauf begeistert von dieser schrägen und ungewöhnlichen Komposition. Andererseits ist mir klar, dass dieser Geschmack beim „normalen“ Biertrinker auf großes bis völliges Unverständnis stoßen wird. Zu anspruchsvoll -sorry Leute, nicht bös‘ gemeint- ist dieses Feuerwerk. Würde mich wirklich, extrem, interessieren, was sich der Braumeister dabei gedacht hat. Das hat fast schon Kultstatus. Auf jeden Fall beschäftigt dieses Aroma ungemein. Selten so über ein Bier gegrübelt. Fazit: Verbandskasten mit Kultstatus Wertung: + + + + - (t 08/04) Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja Inhaltsstoffe: Brauwasser, Malz, Hopfen, Hefe Im Internet unter: www.biberland.de PS: Vielen Dank an den netten Herrn hinter der Theke, der mir nicht nur drei große Flaschen direkt vom Zapfhahn eingefüllt sondern mir das zur Überbrückung der Wartezeit georderte Weizen (sehr lecker!) nach Darlegung des Hintergrundes des Bierkaufs aufs Haus geschrieben hat! PPS: Unglaublich, wie unterschiedlich, wie verschieden Bier doch schmecken kann, dabei wird es gerade mal aus drei, bzw. vier, verschiedenen, Zutaten gebraut, wobei die eine das unumgängliche und für alle gleichermaßen verwendete Wasser ist. |