Brauhaus Biberland Rauchbier seit 2000 aus Groß-Bieberau in Hessen:
Dieses Bier wird mit einem speziellen Rauchmalz eingebraucht. Der Zapfer warnte mich, es habe einen extremen Nachgeschmack, und da hat er gar nicht mal so unrecht. Ähnlich wie beim Dunklen mischen sich hier malzige, fruchtige und ungewöhnlich apothekenartige und schweflige Eindrücke. Hinzu kommt eine schwach rauchige sowie eine säuerliche Note. Hier wirkt dieses Zusammenspiel aber nicht so harmonisch und rund. Eher ein wenig unruhig im Aroma. Dazu kommt, dass die Rezenz eher schwach ausgebildet, die Kohlensäure zu dezent agiert. Das ganze wirkt zu lau und leblos. Da hätte ein wenig mehr Pep durchaus für mehr Furore gesorgt. Zwar ist das Aroma in jeden Fall absolut eigen und außergewöhnlich; das findet man nicht alle Tage. Aber der Geist, die Lebendigkeit steht ein wenig zu sehr im zweiten Glied. Dazu kommt, dass auch der Schaum sich nicht in Bestform befindet. Die Süffigkeit leidet etwas unter dem extremen Geschmack, der Spezialisten sicher ein Frohlocken entringt, den Durchschnittsbiertrinker aber etwas überfordern dürfte. So auch mich, denn irgendwie kann ich mich mit diesem schrägen Geschmack und dem zu leblosen Auftreten. Zwar ist das Aroma interessant und abwechslungsreich. Aber richtig in Fahrt kommt das Bier nicht.
Fazit: Fehlende Fahrt
Wertung: + + + -* (t 08/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Brauwasser, Malz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter: www.biberland.de
PS: Vielen Dank an den netten Herrn hinter der Theke, der mir nicht nur drei große Flaschen direkt vom Zapfhahn eingefüllt sondern mir das zur Überbrückung der Wartezeit georderte Weizen (sehr lecker!) nach Darlegung des Hintergrundes des Bierkaufs aufs Haus geschrieben hat!