Brauhaus Höchstadt Pils, Brauhaus Höchstadt / Aisch e.G., Bayern, D, 0,5l Mehrwegflasche, 4,8%vol

Das outfit ist recht schlicht - grün steht bei Bieretiketten in Deutschland traditionell für Pilsner Bier. Das war in der Vergangenheit fast überall so, heute stimmt es auch noch oft.
Das Bier präsentiert sich in einer guten goldgelben Farbe. Keine Blume könnte schöner aufgehen, der Schaum ist in der Konsistenz ganz OK, kommt erst einmal gut zur Geltung, setzt sich jedoch bald auf ein Mindestmaß. Ein Biergeruch stellt sich ein, verhalten zwar, aber Hopfen und Malz, und das in dieser Reihenfolge und Wertung. Der Antrank ist kerniges Malz und hier schon recht hopfenbetont. Der Hopfen läßt den Anfang ein wenig trocken erscheinen, die volle Pils - Süffigkeit entwickelt sich nicht. Den Grundton Malz, kräftiges Malz, übertönt der Hopfen nicht.
Der kommt erst im Abgang wieder stärker zur Geltung und bleibt auch nachher noch eine gute Weile auf der Zunge. Die Kohlensäure läßt muntere Bläschen im fast perfekt weichen Wasser spielen. Angenehm mild
wird das Bier kurz in der Mitte, auf der Zunge entfalten sich die fruchtigen Anteile des Malzes. Die Herbe kommt rasch wieder, man glaubt fast, ein Bier aus den hohen Norden zu trinken. Wenn die Schaumkrone ausgeprägter gewesen wäre (wie bei den vorherigen Tests) - mindestens 5 1/2 Punkte wär's mir Wert gewesen. Ein recht nettes Volumen an Gerste und Malz, das Wasser ist gut, der Hopfen dafür recht trocken, fast schon metallisch und eine Idee zu bitter wirkend... Ein gutes Pils ist es, ein ganz perfektes (noch) nicht.

Gebraut nach dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516
Fazit: Gutes Pils
Bewertung: + + + + - [d 12/09]
P.S. Danke an Thomas A. aus Höchstadt für die freundliche Zusendung der Proben

Brauhaus Höchstadt Pils (4,8 %) seit ? aus Höchstadt in Bayern:


Straffer, satter Schaum, der Auge und Seele erfreut. Der im Prinzip frische und dynamische Hopfenduft hat leider einen leichten Metalleinschlag, was die beachtliche Hopfengrundhaltung natürlich trübt. Die Farbe ist recht kräftig ausgebildet und mittelgelb.
Glücklicherweise ist das Metallische im Geschmack überhaupt nicht mehr zu finde. Das Aroma hat etwas sehr Frisches und Natürliches und wird deutlich vom Hopfen dominiert. Er drückt dem Geschmack mit einer verspielten und zugkräftigen Art den Stempel auf. Die Vollmundigkeit kann sich sehen lassen und trotz der nicht überaus hochdrehenden 4,8 Touren entwickelt sich eine angenehme Tiefe und ein Geschmacksband, das sich sanft gewellt und gleichmäßig zieht. Einzig der Abgang könnte eine Spur intensiver sein. Antrank und Mittelteil können jedoch gefallen und wirken in ihrer jungendlichen Frische durchaus ansprechend. Und versöhnlich wirkt auch, dass obschon das Finish nicht ganz den Schwung halten kann, weit hinten im Abgang dieser anregende Hopfenton wieder anklingt. Somit bleibt ein Pils, das zwar nicht an die Spitzengruppe rankommt, dennoch viel zu bieten hat. Die Kohlensäure könnte ein wenig sparsamer sein. Das Wasser ist fein. Die Zutaten wirken im Großen und Ganzen mild und bekömmlich. Auf jeden Fall deutlich besser als der erste Versuch, der über zwei Jahre zurück liegt.

Fazit: Na also, geht doch.
Wertung: + + + + - [t 10/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
PS: Vielen Dank an Thomas A. für die Kontaktaufnahme und die Abwicklung der Logistik der neuerlichen Proben.

Brauhaus Höchstadt Pils (4,8 %) seit ? aus Höchstadt in Bayern:


Für ein Pils kräftige Farbe. Mittelporiger Schaum von mäßigem Volumen. Mild im Geruch, leicht blumig und auch eine Portion Malzkaramel ist vorhanden.
Auch der Antrank ist mild. Vom Pils nicht viel zu sehen. Zwar blumig im Aroma, aber auch sehr viel Malz im Ansatz. Prima Wasser, die Kohlensäure am unteren Rezenzlimit. Die Süffigkeit ist prima. Allerdings vermisst man doch den letzten Einsatz. Vor allem der Abgang enttäuscht, wirkt mehr oder minder leer und wässrig. Zwar ist die Süffigkeit wirklich nicht zu verachten. Aber in Sachen Tiefe und Geschmack hinkt es den guten doch ein bisschen hinterher.
Positiv zu vermerken gilt es, dass es keinerlei negativen Nuancen im Aroma gibt. Und das ist ja auf jeden Fall ein Pluspunkt. Hier stört oder nervt wirklich absolut nichts. Andererseits hält man auch zu keinem Zeitpunkt inne und wundert sich oder bewundert. Vielmehr fließt es sacht und rund vor sich hin ohne Bäume auszureißen. Wenig Aroma. Viel Süffigkeit. Wer richtig viel Durst hat und sehr rasch ein Bier vertilgen möchte, der liegt beim Brauhaus absolut richtig. Wer aber sein Pils in Ruhe genießen möchte, der wird mit diesem Höchstädter nicht einig.

Fazit: Zu schnell
Wertung: + + + (t 06/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen