Brauhaus Zur Post Hell (% ?) seit ? aus Frankenthal in Rheinland-Pfalz.
Das innen wie außen stattliche Brauhaus zu Frankenthal hat einiges
zu bieten. Zum einen ein sehr freundliches und hilfsbereites Personal,
das sofort bereit war meine mitgebrachten nicht von der eigenen Brauerei
stammenden Siphons auszufüllen. (Das ist leider nicht immer und
überall so.) Dazu einen Gastraum, der nicht nur riesig groß
und dabei sehr gemütlich und geschmackvoll-urig eingerichtet ist
und Brauhausatmosphäre pur ausstrahlt. Es werden kulinarische Spezialitäten
aufgetischt und vor den Augen der Gäste in riesigen glattpolierten
Kupferkesseln Bier gefertigt, das in Strömen durch die Leitungen
direkt in die sauberen Gläser fließt. Was will man mehr?
Das Helle aus dem Frankenthaler Hausbierstall hat eine fast leuchtend
gelbe Farbe. Die Kohlensäure perlt deutlich agiler nach oben als
beim Weizenbock. Der Schaum ist gut konstruiert, lässt keine Wünsche
offen. Man könnte auch sagen: gute Krone. Der Geruch ist zum einen
süß-malzig und hat Ausdruck, zum anderen gesellt sich aber
auch, das liegt wohl am kurzen Anzug, etwas Laues darüber. Seltsam.
Ein leichtes, schlankes, sehr süffiges Bier. Das Wasser ist sehr
wich und klar, wirkt rein und spielfreudig. Die Kohlensäure aktiv,
wenn auch nicht übertrieben. Sehr spritzige und erfrischende Präsentation.
Das Aroma ist klar malzig ausgelegt, was wunder, hat aber auch etwas
harziges hinterm Vorhang. Der Geschmack ist sicherlich nicht übermäßig
intensiv oder opulent. Dafür wirkt dieses Helle sehr süffig
und unbelastet. Eine spielerische, mit Freude vollführte Aufführung.
Keine Aromabombe. Dafür ein sehr rasanter und flüssiger Auftritt.
Was man ein bisschen vermisst ist der hausbrauereitypische Ausdruck.
Es wirkt fast ein wenig zu glatt und rund. Superbekömmlich. Aber
etwas zu kraftlos. Vor allem der Abgang wirkt phasenweise dünn.
Der Antrank sicher feinfruchtig, leicht süß, dazu das wirklich
feine Wasser; mehr als ordentlich. Aber dann sackt die Sache doch etwas
rasch ab und das Aroma verliert an Durchschlagskraft. Andererseits muss
man diesem Hellen eine wirklich fabelhafte Bekömmlichkeit, Milde
und Süffigkeit attestieren. Hier macht es wieder Boden gut. Es
überfordert nicht durch Aromakapriolen und stellt den Trinker vor
keine Geschmacksrätsel. Es bietet flüssigen, glatten, runden
Biergenuss. Und das ist ja auch oft genau das, was angesagt ist. Trotzdem
hätte das Postbier noch eine Schippe mehr Potenz und Schwung gebrauchen
können. Auch das oft fetzige Brauhausfeeling der Hausbiere fehlt
hier etwas, bzw. ist leicht ausgedünnt. Nicht wirklich dramatisch.
Aber doch ausbaufähig.
Fazit: Helles Postbier
Wertung: + + + + - (t
08/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot:
k.A.
Zutaten: k.A.
Im Internet unter:
www.brauhaus-zur-post.de