Brauhaus Zur Post Weizen Bock (7,0 %) – Stammwürze 16,5 % seit ? aus Frankenthal in Rheinland-Pfalz:

Das innen wie außen stattliche Brauhaus zu Frankenthal hat einiges zu bieten. Zum einen ein sehr freundliches und hilfsbereites Personal, das sofort bereit war meine mitgebrachten nicht von der eigenen Brauerei stammenden Siphons auszufüllen. (Das ist leider nicht immer und überall so.) Dazu einen Gastraum, der nicht nur riesig groß und dabei sehr gemütlich und geschmackvoll-urig eingerichtet ist und Brauhausatmosphäre pur ausstrahlt. Es werden kulinarische Spezialitäten aufgetischt und vor den Augen der Gäste in riesigen glattpolierten Kupferkesseln Bier gefertigt, das in Strömen durch die Leitungen direkt in die sauberen Gläser fließt. Was will man mehr?
Mein frisch abgefülltes Bier weist eine interessante braun-rötliche Farbe auf. Der Schaum ist sehr feinporig, von gutem Stand und die Kohlensäure bahnt sich ihren Weg in behutsamen Perlen nach oben. Ein frischer, malzig-spelziger Geruch umschmeichelt die Nase. Es duftet nach Natur und nach Bier. Intensiv und markant.
Fruchtiger Antrank. Man fühlt sich an Banane erinnert. Dann kommt etwas hefiges dazu, das sich bis hin zum Abgang steigert und etwas an Bitterkeit gewinnt. Das Malz hat enormes Potential und wirkt frisch und von hoher Qualität. Die Hefe hat eine etwas erdig-modrige Nuance im Programm, wirkt urig und kernig. Das Aroma hat Intensität, Individualität und einen ehrlichen Ausdruck. Es wirkt definitiv handgemacht und mit viel Einsatz eingebraut. Das ist kein Bier von der Stange sondern ein Trank, dem man seine Herkunft anmerkt. Für den kleinen Kreis gebraut. Es schmeckt herrlich frisch und vollmundig. Und der Geschmack geht nicht den einfachen Weg sondern bietet genug Ecken und Kanten, an denen man sich Reiben kann. Hier gibt es einiges zu entdecken. Sehr positiv auch das weiche Wasser, das dem ansonsten üppigen Aroma ein angenehmes Maß an Klarheit zuführt. Die Kohlensäure sei auch noch erwähnt, die der ganzen Sache eine gewisse Weichheit und Gezähmtheit gibt.
Ein Weizen, dass zu Beginn sehr süß und fruchtig auftritt, zum Abgang hin hefiger und bitterer wird. Abwechslung ist garantiert. Vollmundigkeit auch. Ein Bier, das nicht glattgebügelt und zurechtgefeilt ist sondern dem man seine Individualität, seinen eigenen Charakter gelassen hat. Zum Ende hin vielleicht etwas zu scharf auslaufend. Vielleicht nicht das harmonischste und mildeste Weizen. Aber auf jeden Fall ein Bier mit Charisma. Es ist sogar so opulent, dass darunter beinahe die Süffigkeit leidet. Insgesamt ein Bockbier, dass zwar eine enorme Bandbreite und eine großes Aromapotential bietet, aber wirklich bockig schmeckt es nicht, abgesehen ansatzweise im Abgang, sondern bietet ein recht gut ausformuliertes Geschmacksbild. Bananenfruchtig-malzig um später in kernig-hefig-bittere Gefilde zu wechseln Gute Sache. Unbedingt probieren.

Fazit: Unbedingt probieren!
Wertung: + + + + + (t 08/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: k.A.
Zutaten: k.A.
Im Internet unter: www.brauhaus-zur-post.de