Brauhaus Lemke Maibock seit 1999 aus Berlin:
Über eines kann man sich bei den Lemkes nicht beschweren: Vielfalt
ist vorhanden. Der Maibock ist stammwürzetechnisch das Schlachtross
im Programm, wirkt aber überraschend gedämpft, ja, fast langweilig
in seiner Ausstrahlung. Man kann natürlich zugute halten, dass
er sehr mild und bekömmlich ist. Aber eine gewisse Grundaggressivität
braucht jeder Bock. Aber gut … schaunmermal. Der Hopfen hat eine
eingeschränktere Bandbreite als beim Pils und dem Weizen. Dominant
sind Eindrücke wir Harz, Honig, Malz sowie eine leicht säuerliche
Impression kombiniert mit einem Schuss Hefe. Das Malz hat eindeutig
die Hosen an, übertreibt es aber nicht. Die Vollmundigkeit ist
eher schwach ausgeprägt. Dafür wirkt es für einen Bock
schlank und elegant. Die Süffigkeit ist überdurchschnittlich
hoch. Das Aroma ist malzlastig, keine Frage, entwickelt aber eher gebremsten
Schwung. In Sachen Würze und Kernigkeit gibt es eine ganze Latte
eindrucksvollere. Dafür, wie gesagt, ist es sehr verträglich
und in seinem dezenten Auftreten durchaus charmant. Der Honig harmoniert
gut mit den harzigen Nuancen. Eine leichte Hopfenbitterkeit kontert
etwas. Ein Hauch Vanille sorgt für Exotik. Im Finish findet sich
eine schwache Holzigkeit. Wasser und Kohlensäure wie bei den anderen
fein. Hier zum Glück die Temperatur OK. Der Charakter ist anschmiegsam
und mild. Bekömmliche, runde Sache. Keine Fallen. Kein Gehabe.
Ehrlich und offen. Ein bisschen zu bescheiden vielleicht, dafür
hervorragend trinkbar.
Fazit: Besonders milder Bock
Wertung: + + + + + [t
+ e 05/08]
Im Internet unter:
www.brauhaus-lemke.de