Brauhaus Schweinfurt Advents-Bier (5,4%) seit ? aus Schweinfurt in Bayern:
Gut. Die Adventszeit ist definitiv vorbei. Dennoch, auch wenn der Februar
schon seinen Gruß ausgesprochen hat, ist es für ein solches,
ein Adventsbier, sicher nicht zu spät. Für Bier ist es NIE
zu spät. Äußerlich deutet der obligatorische Schneemann
auf das Gewünschte hin, Schnee, tiefes Blau, grüne Tannen,
edles Gold, ein paar Sterne; kurzum, man fühlt sich beim Anblick
durchaus feierlich. Beim Schaum allerdings kühlen die Gefühle
etwas ab. Gut aber nicht durchschlagend. Farblich etwas über hellgelbem
Niveau. Der Geruch ist frisch und spritzig und citrusfruchtig.
Auch im Antrank findet sich einiges Fruchtiges, das vor allem von der
Zitrone gelenkt wird. Das Malz lässt etwas Dichte und Durchsetzungsvermögen
vermissen. Der Hopfen verfolgt eine klare Linie, wirkt weder zu bitter
noch zurückhaltend, insgesamt das Aroma aber auch eine Spur dünnwandig.
Es fehlt ein bisschen Tiefe und Vollmundigkeit. Das Wasser ist OK, nicht
perfekt weich, dennoch akzeptabel. Die Kohlensäure macht sich gut.
Normalerweise ist man von „Feiertagsbieren“ entweder einer
ansprechend süße und ausschweifende Süße gewohnt
oder eine aromatisch-intensive Hopfigkeit. Hier kommt weder das eine
noch das andere wirklich zu Potte. Gute Grundlagen. Ausreichende Umsetzung.
Man vermisst bei diesem Bier etwas, und das ist nie gut. Die Zutaten
wirken nicht ausgebufft und ausgeruht und frisch genug, die Zusammensetzung
hat nicht alle Kapitel der hohen Braukunst zu Hand, der Geschmack offenbart
nicht das nötige Maß an Reife und Ausdruck, um Euphorie zu
erzeugen. Ordentliches Bier. Gutes Bier. Mehr nicht. Oft sind es minimale
Pointen, die über Sieg und Niederlage entscheiden. So auch hier.
Das
Meusel, in
seliger Erinnerung, eben getrunken, das war in ganz anderes Kaliber.
Kein Vergleich. Es bricht zu schnell ab, setzt ab, kann den Roten Faden
nicht verfolgen. Zu viel auf einmal und dann zu wenig.
„Dieses herzhafte Export-Bier gibt es nur zur Vorweihnachtszeit.
Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516.“
Das ist auch kein Trost. Es wirkt zu kalt und hart, fast hohl, es hallt.
Zwar versucht das Malz sich zu präsentieren, aber die Selbstverständlichkeit,
letzte Biss, die Überzeugung, das Normale, das Nach vorne preschende,
das fehlt.
Fazit: Es fehlt was
Wertung: + + + - [t 01/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Im Internet unter:
www.brauhaus-schweinfurt.de
PS: Vielen Dank an Bertram K. für die Organisation
und Zusendung dieses Bieres!