Brew Dog Dogma Heather Honey Infused Ale (7,8 %) 0,33-Flasche,
seit ? aus Fraserburgh in Schottland:
Wieder mal ein Fläschchen der schrägen Schotten aus Fraserburgh.
Glutrot die Schrift auf tiefstem Schwarz. Alleine die Optik wirkt bereits
bedrohlich. Ähnlich glühend Rot, blutrot (?) ist die Farbe
des Bieres. Das schimmert mystisch von Innen heraus. Uh. Der Schaum
ist grandios in Schuss. Filigran strukturiert. Feste Poren. Brutaler
Stand. Unbarmherziges Volumen. Der Geruch hat etwas kräuterartiges,
wachsähnliches. Viel Malz und harziges Karamell, eine Spur Honig,
schwere, tiefe Sache, dennoch klar. Eine fruchtige, citrusgeprägte
Nebennote befeuert den Duft zusätzlich, dominierend jedoch die
wiesenblumenartigen Kräuterimpressionen. Herrlich leicht und schwer
zugleich. Dazu dieses Harzige … prima … und überraschend
harmonisch und mild.
Deutlich bissiger der Antrank. Hoher Anteil an Bitterstoffen. Der Hopfen
kommt hier gewaltig herb zur Geltung. Trockene Bitterhopfenorgien pointieren
gelungen in Kombination mit dem waghalsig sich anlehnenden Malz. Unbarmherzige
Kräuter-Frucht-Aromen in einem scharf und eng geschnitten Bitterkleid.
Kompromisslos. Messerscharf. Ultraprägnant. In leichtem Kontrast
das Harzige und leicht Honigartige. Das Malz müht sich tapfer,
kommt aber gegen die Hopfenphalanx nicht an. Sorgt zwar für eine
gewisse Balance und Ansätze von Gutmütigkeit. Aber das sind
nur Augenblicke … bevor der Hopfen wieder seine Keule schwingt
und in seiner herrlichen Grapefruitsäuerlichkeit in die Poren stößt.
Hier werden keine Gefangenen gemacht. Das ist hart am Rande der Körperverletzung.
- - Der Geschmackskörper ist zwar mächtig, bewahrt sich aber
eine interessante Schlankheit, was um so unglaublicher wirkt, da das
Aroma über eine Strahlkraft und Intensität verfügt, dass
es einem den Atem verschlägt. Dennoch bleibt die Sache süffig,
geschuldet auch dem feinen Wasser und der Hochwertigkeit der Zutaten,
die zwar keine Gnade kennen, dennoch generell Stil haben, rein sind
und trotz aller Macht distinguiert zu Werke gehen. Vor allem merkt man
diesem Bier die 7,8 Umdrehungen nur ganz weit hinten kurz an. Der Abtrunk
zeigt für einen kurzen Moment eine etwas bockbierartige Kraftentfaltung,
die aber sofort von diesen herrlich bitteren Sauertönen, oder sollte
man sagen: denn wundervoll sauren Bitternoten? – abgelöst
wird. Grapefruit. Limone. Trockner Bitterhopfen. Dazu eine säuerliche
Öligkeit über die volle Distanz. Die Schotten haben wirklich
was drauf. Da schmeckt jedes Bier über die Maßen originell,
anspruchsvoll, intensiv und ganz einfach anders. Das ist Biergenuss
für Große. Keine Gebräue für allzu Harmoniebedürftige.
Das ist eher Bier für Hartgesottene. Einen offenen Geist und Experimentierfreudigkeit
sollte man besitzen, möchte man sich dem Brew-Dog-Bier-Universum
annähern. Taucht man indes ein und kommt auf Kurs, dann eröffnen
sich ungeahnte Bierwelten. So auch hier. Harzige Honignoten. Ansätze
von säuerlich-mehlig-frischer Hefe. Bitterfruchtige Grapefruit-Hopfen-Limone-Orgien.
Ein Hauch Weißwein taucht auf. Unübersehbare Kräuterspuren.
Weiches Wasser. Eine formidabel eingestellt Kohlensäure. Trotz
hoher Drehzahl bleibt das Ale schlank und süffig. Und das bei einem
Aroma, das vor Drehfreudigkeit nur so strotzt. Exzessiv in der Geschmacksentfaltung.
Gewaltiges Aroma. Vielfältig. Voller Spannkraft und Überraschungsmomente.
Fazit: Keine Gefangenen
Wertung: + + + + + [t
03/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
k.A.
Inhaltsstoffe: k.A.
Im Internet unter:
www.brewdog.com