Brew Dog Isle of Arran Imperial Stout Matured in Isle of Arran Whisky Casks (10,0 %) 0,33-Liter-Flasche seit ? aus Fraserburgh in Schottland:

Isle of Arran. Eine der schönsten schottischen Inseln. Alleine Glan Sannox raubt dem Besucher den Atem. Und Whisky wird dort auch gebraut. Die nach der Reifung frei gewordenen Fässer werden für die Veredlung dieses Gebräus genutzt. Ehemalige Whisky-Fässer und ein Bier von 10,0 % Drehmoment. Das kann überhaupt nicht gut gehen.
Wenn irgend jemand in diesem Moment den Einfluss sehen könnte … er würde es nicht glauben. So etwas SCHWARZES und dichtes, öliges habe ich noch nie gesehen. Und der Schaum, der BRAUN ist, der setzt dem Ganzen die Krone auf, im wahrsten Sinne des Wortes. Dunkler kann Schaum nicht sein. Fraglos. Das sieht wirklich nach allem aus, nach Motoröl, nach Gebackenem, nach Verbranntem … aber sicher nicht nach Bier. Der Duft überrascht fast schon. Mit Milde. Dezentem Auftreten. Zurückhaltung. Eigentlich habe ich gedacht, ich werde beim ersten Hinriecher niedergestreckt. Aber weit gefehlt. Das ist vorzüglich! Stout. Aber ein Stout, wie es die alten Seebären in Britanniens Häfen kennen. Salzig. Trocken. Todesbitter. Knochentrocken. Dazu Bitterschokoladeneinflüsse, die stauben. Öliger Seetang stimmt mit ein. Bierlikör heizt ein. Kaffee. Mokka. Fast warm.
Kaffee. Mokka. Kaffeelikör. Mokkalikör. Was für ein Karussell. Dunkle, schwere, stoutgeschwängerte Aromen schieben sich durchs Sinneszentrum. Trocken. Röstmalzig. Erdig. Überraschend linear und scharf umrissen. Und für 10,0 Umdrehungen fast schon imposant geradlinig. Nichts von bockbierähnlicher Völlung. Eine schlanke, elegante Geschmacksspur zieht sich vom Antrank bis ins Finish. Opulent zum einen. Unkompliziert zum anderen. Schwerer Likör entspannt sich völlig, macht sich flach und breit, umspielt den Trinker charmant und eloquent. Das ist groß und gut. In der Aromatik sicher nicht so vielfältig und umtriebig wie andere aus gleichem Stall. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass man es hier mit einem Stammwürzemordwerkzeug zu tun haben, ist das fast schon unglaublich mild und bekömmlich. Das Röstmalz bewahrt sich bei aller Trockenheit und Spröde eine feine Öligkeit. Die Mokkalinie erreicht sehr hohe Werte und eine hochwertige Ausstrahlung. Das ist stimmig und anspruchsvoll. Sehr gelungen und geschliffen. Eine Ausgeburt an milden Wuchtaromen. Wasser und Kohlensäure sind wie gewohnt fein abgestimmt. Die Süffigkeit ist hier sagenhaft gut ausgeprägt. Es gibt wenige Biere, die bei solch hoher Stammwürze so gutmütig auftreten. Man muss aufpassen, nicht unter die Räder zu kommen.

Fazit: Stammwürzemordwerkzeug
Wertung: + + + + + + [t 06/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter: www.brewdog.com