Broughton Black Douglas Dark Ale (5,2 %) 0,5-Liter-Flasche seit 1980
aus Broughton in Schottland:
Ein Bier benannt nach einem schottischen Ritter und Nationalhelden,
Freund von Robert the Bruce und aufgrund seiner dunklen Erscheinung
genannt: Black Douglas. - - - Ein sagenhaftes (leicht öliges) Rotbraun
ergießt sich sachte ins Glas. Der Effekt, hält man das Bier
ins Licht, ist atemberaubend. Selten solch ein gelungene Dunkelrotbraun
gesehen. Der Schaum hat eine beige Färbung und passt herrlich zum
Untergrund. Die feinen Poren, der hehre Stand und das formidable Volumen
machen dieses Bier zu einem echten Hingucker. Schwieriger Geruch …
Trocken. Holziges. Seetang. Stout. Röstmalz. Salziges. Bitterholunder.
Ölige Kautabaksequenzen. Buttrige Noten. Auf jeden Fall sehr intensiv,
sehr reichhaltig und sehr schwer. Das ist ein Geruch, der es in sich
hat und sich einprägt.
OK. Das hatte ich befürchtet. Ein Bier mit Tiefgang wie eine spanische
Schatzgaleone. Breit. Mächtig. Hoch. Tief. Schwer. Was für
Aromen … Nochmals Seetang und damit verbunden eine salzige, meerartige
Impression. Darüber hinaus grüne, grasige Hopfennoten. Dann
wieder Lakritz, Holunder, Tabak, Schwarzes. Röstmalzige Tendenzen
wanken zwischen trocken und ölig. Bittere Mokkaaromen und eine
feinere, süße Schokoladennote. Im Finish eine sehr trockene,
kohleartige Hopfenausführung, die ewig anhält.
„We believe that this distinctive and full bodied Ale reflects
power and character of Black Douglas.”
Nun. Wenn es um POWER geht, dann war dieser Junge ein echt starker Mann.
Die Vollmundigkeit ist außerordentlich hoch. Die Tiefe des Geschmacks
geht so weit runter, dass man schaudert. Die Aromen haben eine Kraft
und einen Drang sich zu entfalten, dass man ehrfürchtig am Glas
nippt. Leichtsinn oder belangloser Abtrunk kommen nicht in Frage. Das
ist ein Ale, das Respekt einflößt. Keine Frage. Der Süffigkeitsfaktor
ist dementsprechend nicht übermäßig hoch. Aber das macht
nichts, denn dieses Bier darf man nicht TRINKEN, man muss es SCHMECKEN
– und genießen. Einzig das Säuerliche, das vom Antrank
bis ins Finish aktiv ist, stört das Gesamtbild etwas. Ansonsten
aber ein sehr aufregendes und anregendes Bier. Rau. Dabei keinesfalls
karg. Männlich. Aber mitnichten nur auf diesen Kreis beschränkt.
Sehr ausdrucksstark. Ungemein intensiv. Aromen, denen man so nicht oft
begegnet. Etwas Seeartiges schwingt hier mit. Dunkle Aromen geben den
Ton an und sorgen für Lichtblicke. Und alles ist vollmundig, weitgreifend,
schwungvoll und stark. Nussig-trocken- Röstmalzig-ölig. Kaffee.
Meer. Bitterkeit. Stout. Dunkle Beeren. Buttriges. Das alles bei weichem
Wasser und sehr gelungener Kohlensäure. Ein Bier mit Charakter
und Esprit. Sicher. Man muss dunkle Biere solcher Wucht schon mögen.
Aber hat man den Bogen erst mal raus, dann versinkt man regelrecht in
dieser Biertiefe.
Fazit: Biertiefe
Wertung: + + + + +* [t
08/11]
-Loch Ard-
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: k.A.
Zutaten: k.A.
Im Internet unter:
www.broughtonales.co.uk